Stadtsparkasse: Was auf die geschlossenen Filialen folgte
Wenn die Stadtsparkasse eine Filiale schließt, prallen Klischee und Wirklichkeit aufeinander. In Lokalmedien und Kommunalpolitik wird dann gerne eine nette ältere Dame herbeizitiert, die nun völlig hilflos ist, weil sie nicht mehr an den Schalter gehen und ihre Bankgeschäfte erledigen kann.
Schaut man allerdings auf die Kennzahlen einer solchen Filiale, sieht man wie wenige Menschen aller Altersgruppen dort tatsächlich noch hinkommen, um etwas mit ihrem Geld zu machen. Da zugleich schon aus Sicherheitsgründen mehrere Mitarbeitende vor Ort sein müssen, wird das Ganze schnell zum Minusgeschäft. Und da wir hier über eine städtische Tochter sprechen, liegt es im öffentlichen Interesse, dass sie möglichst wenig Minusgeschäfte macht.
Mit Blick auf diese Entwicklung hat die Stadtsparkasse ihr Filialnetz innerhalb von wenigen Jahren mehr als halbiert. 2015 kündigte der Vorstand an, 18 von damals 64 Standorten aufzugeben, 2019 folgten noch einmal 14 Filialen. Heute gibt es noch 30 Sparkassen-Adressen in Düsseldorf.
Parallel dazu sank die Zahl der Geldautomaten. Da immer mehr Buchungen über Karte oder Smartphone laufen, erschienen auch diese nicht mehr in früheren Dimensionen erforderlich. An noch 131 Maschinen bekommt man Bares, an 95 weiteren Selbstbedienungsterminals kann man Geld überweisen oder Daueraufträge einrichten.
In den wirtschaftlichen Daten fällt noch etwas anderes auf: Die Stadtsparkasse hat Kundinnen und Kunden verloren. Ende 2024 waren es rund 393.000, Ende 2025 dann noch 388.550. Es macht offensichtlich etwas aus, ob man flächendeckend präsent ist oder eine erste Generation aufwächst, die nie einen roten Schriftzug an einer Fassade in ihrem Viertel gesehen hat. Deshalb sind die folgenden Angebote entstanden:
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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