Flughafen: Mehr Passagiere, aber nicht mehr Flüge

In Düsseldorf gibt es eine Wende in der Luftverkehrspolitik. Erstmals verzichtet der Airport ausdrücklich darauf, die umstrittene Zahl der erlaubten Starts und Landungen zu erhöhen. Ich erkläre, was das bedeutet.
Von Hans Onkelbach (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 5. August 2026
Flughafen Düsseldorf
Seit dem sogenannten Angerland-Vergleich von 1965 muss der Flughafen Düsseldorf die Interessen der Anlieger berücksichtigen. Bis heute prägt das Abkommen die Debatte. Foto: Andreas Endermann

Das Amtsblatt zu lesen, macht keinen Spaß. Aber es kann spannend sein. Wie jetzt in einer der Juli-Ausgaben dieses Werks, das durchweg in purer Beamtenprosa verfasst und daher schwer bekömmlich ist. Dort steht der Antrag des Flughafens auf eine modifizierte Betriebsgenehmigung mit einigen Ergänzungsbauten und neuen Regeln für die Nutzung der zweiten Start- und Landebahn, auch Parallel- oder Nordbahn genannt. Der wichtigste Punkt steckt in dieser dürren Formulierung: „Abweichend von ihrem ursprünglichen Antrag vom 16.02.2015 begehrt die Flughafen Düsseldorf GmbH im Wesentlichen nicht mehr die Streichung des geltenden „Flugbewegungsdeckels“ von 131.000 Flugbewegungen in den sechs verkehrsreichsten Monaten.“

Das bedeutet, man verzichtet darauf, mehr Starts und Landungen durchzuführen, sondern meint, mit dieser Beschränkung nicht nur weiterarbeiten, sondern sogar wachsen zu können. Weil: Weniger Flugbewegungen heißt nicht, dass die Zahl der Passagiere stagniert. Im Gegenteil plant man, deutlich mehr Menschen zu bedienen. Mit den verkehrsreichsten Monaten sind die von Mai bis Oktober gemeint, also die Hauptreisezeit. 

Der Status quo
Seit Jahrzehnten gilt für Düsseldorfs Airport eine strenge Beschränkung der Starts und Landungen. Die so genannten Flugbewegungen in den genannten Monaten sind auf 131.000 gedeckelt. Vor allem in Zeiten boomender Reisezahlen hat man immer wieder versucht, das zu knacken. Der Flughafen fühlte sich wie ein gefesselter Riese, sah sich in seinen Expansionsgelüsten und -möglichkeiten eingeschränkt, verlangte buchstäblich nach Entfesselung.

Das war jedoch nie durchsetzbar. Zu stark sind die Bedenken etlicher Politiker vor allem bei den Grünen, vor allem aber der Anwohner in Lohausen, Stockum, Meerbusch-Büderich und -Osterath sowie Kaarst. Die leiden unter dem Fluglärm und liefen zuverlässig Sturm gegen jede Änderung dieser Regelung. Straff organisiert haben sie im Laufe der Zeit eine enorme Macht entwickelt und pochten immer wieder auf den „Angerland-Vergleich“. 

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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