Wegen Merz: NRW-CDU bangt um die Landtagswahl im April

Friedrich Merz gerät zunehmend unter Druck und damit wächst auch die Unruhe in der NRW-CDU. Denn für Hendrik Wüst stellt sich eine heikle Frage: Soll er wegen der anstehenden Landtagswahl in Düsseldorf bleiben, oder schon jetzt die Chance auf den Sprung ins Kanzleramt nutzen? Dass auch Markus Söder mitmischt, macht die Sache nicht einfacher.
Veröffentlicht am 17. September 2026
Unterzeichnung der Vereinbarung zur Olympiabewerbung
So harmonisch wie hier bei der Unterzeichnung der Olympiabewerbung werden Hendrik Wüst, Markus Söder und Friedrich Merz (von links) wohl nicht mehr zusammenstehen. Foto: Imago

Kürzlich habe ich unter der Überschrift „Hendrik Wüst will Kanzler werden“ über Gedankenspiele der Christdemokraten in Nordrhein-Westfalen berichtet. Seitdem hat sich die Lage keineswegs entspannt. Der Auftritt des sichtlich angefassten Kanzlers beim EU-Arktis-Gipfel in Finnland zeigte: Die Luft ist dünn geworden für Deutschlands Regierungschef. 

Es ist ein bisschen so wie Kreml-Astrologie zu UdSSR-Zeiten. Man sucht nach winzigen Hinweisen: Wer steht wo auf dem Foto, in welcher Reihenfolge werden Namen genannt, wer darf wo auftreten. Mangels echter Infos behalf man sich mit einer Art Lesen in der Glaskugel, um zu erfahren, was hinter den trutzigen Mauern in Moskaus Regierungszentrum vor sich ging. 

Zurzeit ist aus Reihen der CDU, sowohl auf Bundes- wie auf Landesebene, ebenfalls wenig zu hören. Auffallend nur: Es gibt etliche Solidaritätsbekundungen hochrangiger CDU-Leute für Friedrich Merz. Sowas ist immer verdächtig. Wenn der (oder die) etwas betonen muss, tut sie (oder er) das, weil es einen Anlass, also Unsicherheit gibt. Und die ist da, garantiert. Das liegt nicht nur an den desaströsen Umfragewerten des Kanzlers. Er steht unter „ferner liefen“, weitab von den Spitzenreitern Boris Pistorius und Hendrik Wüst. Selbst Markus Söder genießt höheres Ansehen.

Womit wir bei zwei Namen wären, die derzeit in den Hinterzimmern der NRW-CDU beim Geraune um einen Kanzler-Tausch immer wieder fallen: Ministerpräsident Hendrik Wüst und sein bayerischer Kollege Markus Söder. Dass die beiden einander nicht sonderlich mögen, ist kein Geheimnis. Nicht nur, weil sie von der Mentalität und dem Auftreten her extrem unterschiedlich sind. Sie sind auch Konkurrenten, denn es geht um das höchste politische Amt im Staat. Es geht um den Job von Friedrich Merz. Wüst will ihn, das glaubt nicht nur die Union, Söder wird diese Ambition unterstellt. Gehen wir davon aus, dass der Bayer ebenfalls willens wäre. Das Amt ausfüllen zu können, daran dürfte der breitbeinig auftretende und bei Instagram mit Wonne Grillwürstchen mampfende Franke keinen Zweifel haben.

Spielen wir das Ganze also mal durch.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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