Warum das Sparbuch der Stadt bald leer ist

Die Lücke im Düsseldorfer Etat wächst weiter. Sie ist nun größer als die Summe, die die Stadt noch zurückgelegt hatte. Damit rückt ein Szenario näher, das man im Rathaus unbedingt verhindern will. Ich erkläre, was die Ursachen und die Folgen sind.
Veröffentlicht am 16. September 2026
PK Haushaltsentwurf 2026Foto: Andreas Endermann
Der Controlling-Bericht, den Kämmerin Dorothée Schneider vorgelegt hat, sagt für das Jahresende ein Defizit von 472,9 Millionen Euro voraus.

Alle drei Monate hat Kämmerin Dorothée Schneider eine Aufgabe, die selten vergnügungssteuerpflichtig ist: Sie stellt ihren Controlling-Bericht vor. Darin sieht man, wie sich die Einnahmen und Ausgaben der Stadt in den zurückliegenden Monaten entwickelt haben und wie dies die Annahmen für den Rest des Jahres verändert. Nun hat sie die Zahlen für die ersten sechs Monate 2026 und die Schlussfolgerung präsentiert. 

Zentraler Punkt der Prognose: Für das Ende des Jahres wird ein noch höheres Defizit als bisher angenommen. Es summiert sich auf 472,9 Millionen Euro – und liegt damit über dem Betrag, den Düsseldorf noch auf seinem „Sparbuch“ hat. Woher das kommt und was nun droht, erläutere ich in den folgenden Fragen und Antworten.  

Was ist das „Sparbuch“ der Stadt?
Man kann es sich aktuell kaum vorstellen, aber es gab Jahre, in denen hat Düsseldorf mehr eingenommen als ausgegeben hat. Alles, was in solchen Jahren übrig ist, fließt in die Ausgleichsrücklage. Auf diese Beträge kann die Stadt in anderen Jahren zurückgreifen, wenn sie mehr ausgibt, als einnimmt. Deshalb vergleiche ich die Ausgleichsrücklage mit einem Sparbuch.

Düsseldorf hatte in der jüngeren Vergangenheit stets eine Ausgleichsrücklage in dreistelliger Millionenhöhe. Ende 2025 sank der Betrag des Ersparten von fast 700 Millionen Euro auf immer noch 416,5 Millionen Euro. Sollte am Ende dieses Jahres nun tatsächlich eine Lücke in der genannten Größenordnung bestehen, dann ist davon nichts mehr übrig.

Warum leert sich das „Sparbuch“ jetzt so schnell?
Zu den größten Ursachen der aktuellen Finanzkrise zählen die Sozialleistungen. Düsseldorf zahlt an Empfängerinnen und Empfänger, was diesen laut Bundes- oder Landesrecht zusteht. Nun sollte man meinen, dass Bund und Land diese Beträge dann auch vollständig ersetzen, weil sie sich die Gesetze dazu ja ausgedacht haben. Das ist aber nicht der Fall, und zwar insbesondere in Bereichen, in denen die Kosten zuletzt massiv gestiegen sind.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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