Nach BSW-Austritt: Was Thomas Geisel jetzt noch bleibt
Es war noch gar nicht richtig losgegangen, da zeichnete sich schon ab, dass man nicht zusammen alt wird. Beim Gründungsparteitag des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) im Januar 2024 kandidierte Thomas Geisel für den erweiterten Parteivorstand und erhielt mit 66 Prozent das schwächste Ergebnis. Wenige Wochen nach seinem Wechsel von der SPD hatte der Düsseldorfer erkennbare Schwierigkeiten, in seiner neuen Partei Sympathien zu gewinnen.
An dieser Grundstimmung änderte sich danach wenig, nun hat „The Pioneer“ berichtet, dass Thomas Geisel aus dem BSW ausgetreten ist. Als einen Grund nannte der frühere Oberbürgermeister „organisatorische Vorgänge“ im NRW-Landesverband der Partei. Der Austritt stehe nicht im Zusammenhang mit der Arbeit im Europäischen Parlament und der dortigen BSW-Delegation, erklärte der 62-Jährige. Deshalb werde er auch ohne Parteibuch weiter mit den Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten.
Die kurze Geschichte von Thomas Geisel im BSW
Der Wechsel Anfang Januar 2024 war zunächst ein Coup für beide Seiten. Sarah Wagenknecht konnte für ihre noch zu gründende Partei einen Mitstreiter präsentieren, den man in vielen Teilen der Republik vielleicht nicht namentlich kannte, der als Ex-Oberbürgermeister von Düsseldorf aber an sich auch Promi-Status hatte. Thomas Geisel selbst war damit wieder im Gespräch, nachdem alle vorherigen Comeback-Versuche in seiner Heimatstadt gescheitert waren.
In den folgenden Wochen musste er das Rampenlicht aber mehr und mehr teilen und mehr und mehr verlassen. Neben der Parteigründerin erschienen andere Neu-Mitglieder interessanter. Fabio De Masi übernahm die Rolle des intellektuellen Posterboys des BSW, die früheren Linken-Partei- und Fraktionsvorsitzenden Klaus Ernst und Amira Mohamed Ali standen mustergültig für den neue Punkt im Parteienspektrum.
Den vorher zugesicherten Platz auf der Liste für die Europawahl behielt Thomas Geisel und zog so ins EU-Parlament ein. Dort ist er seitdem mit gewohnt schwäbisch-protestantischer Leistungsbereitschaft unterwegs, allerdings ohne Aussicht auf Wirkung in dem gewaltigen Gremium mit 720 Abgeordneten.
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