Pro und Contra: Kann sich Düsseldorf den Kirchentag noch leisten?

Das größte Ereignis der evangelischen Kirche soll 2027 in der NRW-Landeshauptstadt stattfinden. Der Stadtrat hat dafür 5,8 Millionen Euro bereitgestellt – vor der aktuellen Haushaltskrise. Wir erörtern, was dafür und was dagegen spricht, diese Ausgabe zu überdenken.
Veröffentlicht am 24. Juli 2026
Mottowagen von Jacques Tilly zum Kirchentag
Mit diesem Wagen haben Jacques Tilly und sein Team das Thema Zuschuss für den Kirchentag im Rosenmontagszug 2023 aufgegriffen. Foto: Ricarda Hinz 

Es ist ein Großbuchstabe mehr als in der Bibel. „DU bist kostbar“ lautet in Anlehnung an einen Vers des Propheten Jesaja die Losung, unter der nächstes Jahr der evangelische Kirchentag stattfinden soll. Vom 5. bis 9. Mai soll Düsseldorf zum DU-Dorf werden – wie genau, das wird im Februar 2027 mit dem Programm vorgestellt.

Der Kirchentag ist mit bis zu 100.000 Teilnehmenden die größte Veranstaltung der Protestanten in Deutschland. Alle zwei Jahre gastiert er für fünf Tage in einer größeren Stadt. Es wird gebetet, mit der Bibel gearbeitet und Gottesdienst gefeiert, es gibt Popkonzerte, Kabarett, Musicals und Lesungen. Diskutiert wird gleichermaßen über Glauben und Spiritualität wie über Demokratie, Klimaschutz oder Machtmissbrauch.

Der Stadtrat hat im Sommer 2022 beschlossen, dass Düsseldorf gemeinsam mit der Landeskirche Gastgeber des Events ist. Dafür hat man 5,8 Millionen Euro reserviert. 4,3 Millionen Euro sollen als finanzielle Zuschüsse fließen, die übrigen 1,5 Millionen sind in Form von Sachleistungen und Einnahmeverzicht vorgesehen.

Dagegen hatte sich insbesondere der Düsseldorfer Aufklärungsdienst (DA) ausgesprochen. Er tourte mit einer Großplastik von Jacques Tilly durch die Stadt, die Moses und eine Steintafel mit dem „11. Gebot“ zeigte. Es lautete: „Du sollst Deinen Kirchentag selbst bezahlen.“ So wollte der DA Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammeln, um die Entscheidung des Rates zu kippen. Die nötige Zahl von Unterschriften kam damals nicht zusammen.

Angesichts der Krise im städtischen Haushalt und der daraus folgenden Sparzwänge stellen die Kritikerinnen und Kritiker die Finanzierung nun erneut zur Diskussion. Auch bei uns in der Redaktion gehen die Meinungen auseinander. Im Folgenden stellen wir die beiden Positionen und ihre Argumente vor.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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