Wenn die Chemie beim Baden nicht stimmt
Eigentlich gibt es im Düsseldorfer Norden kein Problem. Schwimmen darf man offiziell in keinem der Seen in Angermund und Kaiserswerth. Sie sind allesamt nicht als Badegewässer zugelassen. In der Praxis sieht das hingegen oft anders aus. Gerade der Lambertussee wird immer wieder zur Abkühlung genutzt. Dabei gibt es dort neben den üblichen Verboten für künstliche Gewässer einen zweiten guten Grund, nicht baden zu gehen. Der See ist mit PFAS belastet. Industriechemikalien, die ihn über das Grundwasser verunreinigten.
Das ist ein europaweites Problem, wie zuletzt eine umfangreiche Recherche von Correctiv zeigte. Die meisten Gewässer in der EU tragen eine Vielzahl von chemischen Schadstoffen in sich. Seen, Flüsse, beliebte Badestrände. In einem EU-weiten Monitoring der Wasserrahmenrichtlinie überprüfen Behörden mittlerweile zwar den Zustand der Ökosysteme in ihren Gewässern. Zur Beurteilung der Badegewässerqualität werden diese Daten laut Correctiv bislang jedoch nicht herangezogen.
Im Düsseldorfer Norden stellt sich die Situation ein wenig anders dar. Zum einen existiert dort kein offizielles Badegewässer. Zum anderen werden dort regelmäßig die Ufer selbst auf PFAS untersucht. Das liegt an einem Umweltskandal, der im Jahr 2013 bekannt wurde. Die als potenziell krebserregend geltenden Stoffe wurde da in großen Mengen im Grundwasser nachgewiesen. In einer Konzentration, die den geltenden Trinkwasser-Grenzwert bis zu 570-fach überschritt. Als Hauptverursacher wurde damals die Feuerwehr des nahen Flughafens ausgemacht. Beim Flughafenbrand 1996 und dem Löschen einer Maschine 2005 sollen die damals noch im Löschschaum üblichen Chemikalien in Boden und Grundwasser gelangt sein. Seitdem ist nicht nur das Baden in, sondern auch das Bewässern mit dem Wasser in der Umgebung untersagt.
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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