Thomas Geisel soll bei der Rheinbahn schlichten
Es klingt, als ginge es um den Promi-Faktor, es gibt aber auch sachliche Argumente für die Idee. Der Betriebsrat der Rheinbahn schlägt vor, im aktuellen Konflikt mit der Unternehmensführung Thomas Geisel als Vorsitzenden der Einigungsstelle einzusetzen. Dafür spreche, dass der frühere Oberbürgermeister sechs Jahre Aufsichtsratsvorsitzender des Verkehrsunternehmens war und Jurist ist, also die zentralen Fragen fachlich beurteilen kann.
Der Vorschlag ist die jüngste Entwicklung in einer konfliktreichen Zeit seit der Betriebsratswahl bei Rheinbahn Ende April. Ich erläutere im Folgenden, was geschehen ist und wie es zur aktuellen Lage kam:
Ausgangspunkt: Rheinbahn-Chefin verliert Betriebsratswahl
Bis zum 28. April stellten die Gruppen „Rheinbahn Family“ und Verdi die Mehrheit im Betriebsrat. Die beiden pflegten ein sehr konflikt-armes Verhältnis mit der Vorstandsvorsitzenden Annette Grabbe und der erweiterten Geschäftsleitung. Die Führungsebene hatte deshalb großes Interesse, weiter mit dieser ihr angenehmen Konstellation in der Arbeitnehmervertretung zu arbeiten. Sie warb daher recht unverhohlen für die beiden Gruppen.
Die Belegschaft reagierte nicht wie erhofft. Vielmehr verschaffte sie erstmals seit 2002 einer anderen Liste eine absolute Mehrheit. Die Vertreterinnen und Vertreter der Nahverkehrsgewerkschaft stellen nun mehr als die Hälfte der Betriebsratsmitglieder. Das wurde als klares Zeichen gewertet, dass ein wesentlicher Teil der Mitarbeitenden mit dem Kurs der Vorständin und der bisherigen Betriebsratsführung nicht zufrieden ist. Die Details habe ich in dieser Geschichte erläutert.
Erste Reaktion: Lob für den alten Betriebsrat
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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