Tuchtinsel: Macht sie zu einem Ort, an dem Menschen gern bleiben

Top-Immobilie, einmalig in der Stadt: Umringt von Straßen und nicht, wie es der Name vermuten ließe, von Wasser. Zentraler kann eine Lage nicht sein, entsprechend weit geht die Fantasie, was man daraus profitabel machen könnte. Ein Hochhaus ist im Gespräch. Also noch mehr Beton. Aber es geht auch anders.
Von Hans Onkelbach (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 8. Juli 2026
Tuchtinsel Schadowstrasse

Foto: Andreas Endermann
Die Tuchtinsel gehört dem Immobilienunternehmen Midstad, das die Fläche neu entwickeln will. Foto: Andreas Endermann

Woher kommt der Name?
Bis 1969 gab es an dieser Stelle ein Fotogeschäft, das einer Familie namens Tucht gehörte. In Düsseldorf wurde es zur Gewohnheit, das Gebäude-Ensemble nach diesem Geschäft zu benennen. Offiziell als Adresse oder im Grundbuch gibt es den Begriff nicht. Gehalten hat er sich bis heute. Selbst Menschen, die den Ursprung nicht kennen, nutzen ihn.

Wieso Insel?
Wegen der Lage. Schon immer war das Gebäude, das in Wahrheit aus mehreren Elementen bestand, von Straßen umgeben: Tausendfüßler, Schadowstraße, Berliner Allee – wie eine Insel. Nur halt kein Wasser, sondern ausschließlich Beton. Wasser gab es dennoch: Davor gab es lange einen Brunnen im brutalistischen Waschbeton-Stil der 1970er Jahre. Daneben kam man über Treppen zu einem WC im Untergrund.

Warum ist sie bekannt?
Wegen der Geschäfte. Nach vorne, zur Schadowstraße, lag das Schuhhaus Böhmer. Generationen von Düsseldorfern kauften dort ein, was sie zwischen Wiege und Bahre zum Laufen brauchten. Seitlich gab es über viele Jahre ein Geschäft namens Reuther, das damals für gesalzene Preise Lebensmittel verkaufte, die man im Duktus der Zeit als Feinkost oder Delikatessen bezeichnete. Ein anderer Laden in diesem Bereich hieß „Spanischer Garten“ und verhieß lange vor Mallorca-Boom und Costa-Brava-Massentourismus allerlei Leckeres aus Spanien. Oliven jeder Art, Chorizo, Tortilla – damals war das hoch exotisch. Dass da alles mühsam importiert, also teuer war, störte nicht. Man gönnte sich halt manchmal was Feines.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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