Rheinbahn-Chefin verliert bei der Betriebsratswahl

Die Abstimmung über die Arbeitnehmervertretung hat zu einem deutlichen Wechsel geführt. Der bisherige Vorstand verlor klar, die vorherige Opposition im Gremium besitzt nun eine absolute Mehrheit. Das ist auch ein Signal an die Vorstandsvorsitzende.
Veröffentlicht am 30. April 2026
Rheinbahn Hauptverwaltung in Düsseldorf Lierenfeld
Ein Zug, der an der Rheinbahn-Zentrale in Lierenfeld ankommt und auf dem "Fahrt endet hier" steht.

Zwei, die gar nicht auf dem Zettel standen, haben die Betriebsratswahl bei der Rheinbahn mit besonderem Interesse verfolgt: die Vorstands-Vorsitzende Annette Grabbe und der Gewerkschafter Heiko Goebel. Gefreut hat sich am Ende wahrscheinlich nur einer von beiden: der Gewerkschafter Heiko Goebel.

Die Liste „Einheit der Rheinbahn“ hat die Wahl gewonnen. Von den 2076 abgegebenen Stimmen erhielt sie mehr als die Hälfte (1070). Die Liste „Rheinbahn Family“, die bisher den Vorsitzenden des Gremiums stellte, kam auf 484, die Vertretung der Gewerkschaft Verdi auf 431. Eine weitere Liste („Fahrer für Fahrer“) fand 91 Unterstützerinnen und Unterstützer. Im Betriebsrat bekommen die Sieger mindestens 13 der 25 Plätze und damit eine absolute Mehrheit.

Wie die verschiedenen Listen entstanden
Um das Resultat besser zu verstehen, muss man ein Stück in der Geschichte der Rheinbahn zurückgehen. Ursprünglich prägte die Gewerkschaft Verdi (beziehungsweise deren Vorgänger-Organisation) die Vertretung der Beschäftigten. Als sich davon mehr und mehr Mitarbeitende nicht mehr repräsentiert fühlten, gründete das damalige Betriebsratsmitglied Michael Pink eine eigene Liste, die nach ihm benannt wurde. Er gewann 2006 die Wahl und den Vorsitz, blieb aber im Dauerkonflikt mit Verdi.

Das wiederum führte zur Gründung einer dritten Liste. Aus dem Umfeld der Nahverkehrs-Gewerkschaft entstand die „Einheit der Rheinbahn“.

Es wird leider noch etwas komplizierter: Michael Pink hat in seiner Zeit als Betriebsratsvorsitzender eine große Nähe zum damaligen Vorstandsvorsitzenden Klaus Klar entwickelt. Dies führte unter anderem zu dem Vorwurf, Pink sei in eine zu hohe Gehaltsstufe eingeordnet worden, was wiederum in verschiedenen Gerichtsprozessen erörtert wurde – und zum Abschied des einst obersten Arbeitnehmervertreters führte. Seine Liste stellte auch anschließend den Vorsitzenden (Daniele Bellusci), änderte für die jetzige Wahl aber ihren Namen. Aus der „Liste Pink“ wurde „Rheinbahn Family“.

Einordnung des Ergebnisses

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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