Der neue Rat (2): AfD-Fraktion ist gewachsen und gespalten

In einer Serie analysiere ich die Lage im ersten Jahr nach der Kommunalwahl. Die AfD hat nun zehn Ratsmitglieder. Ihre neuen Möglichkeiten nutzt sie, um das Gremium zu bremsen und so den Eindruck der Krise zu verstärken, von der sie gerne spricht.
Veröffentlicht am 6. August 2026
AfD-Fraktion im Düsseldorfer Stadtrat
Vier der zehn Ratsmitglieder der AfD (von rechts): Elmar Salinger, Andreas Winter, Jeremy Franosch und Claus Henning Gahr.

Keine andere Fraktion im Düsseldorfer Stadtrat hat einen so großen Umbruch erlebt wie die AfD. Bis zur Kommunalwahl bestand sie aus drei Personen, jetzt sind es zehn (neun Männer und eine Frau). Vom ursprünglichen Trio ist nur Andrea Kraljic übriggeblieben, alle anderen sammeln nun ihre ersten Erfahrungen im Rat. Und während die frühere Fraktion eher wie das Klischee einer Protestpartei agierte, ist mit der jetzigen ein deutlicher Rechtsruck verbunden gewesen (hier nachzulesen).

In meiner Serie betrachte ich zunächst der Größe nach die Oppositionsfraktionen und dann in den letzten beiden Folgen CDU und Grüne, die die Mehrheit im Rat bilden. Die AfD habe ich seit November 2025 so erlebt:

Prägende Persönlichkeiten
Die zweitgrößte Oppositionsfraktion hat einen vermeintlich starken Mann und einen vermeintlich schwachen: Elmar Salinger und Claus Henning Gahr.

Erstgenannter ist Fraktions- und Parteivorsitzender und sollte daher eigentlich das Zentrum der Macht bilden. Elmar Salinger hat sich allerdings in Machtkämpfen auf den höheren Partei-Ebenen verstrickt und ist erheblich geschwächt daraus hervorgegangen.

Dazu muss man die weiteren Ebenen der AfD kurz erläutern. In NRW gibt es zwei Lager: eines hat sich um den gemäßigt auftretenden Landesvorsitzenden Martin Vincentz gebildet, das andere um den Rechtsextremen Matthias Helferich. Auf der Bundesebene unterstützt das Vincentz-Lager den Co-Parteichef Tino Chrupalla und die Helferich-Anhänger die Co-Vorsitzende Alice Weidel.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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