Nicht immer lustig: Düsseldorf und seine Boulevard-Theater
In den vergangenen Tagen habe ich mich in diesem Text mit den Schadow Arkaden beschäftigt. Das Einkaufszentrum in bester Innenstadt-Lage ist in die Jahre gekommen, und darauf reagiert man nun: Einer der Hauptanteilseigner, die Versicherung Alte Leipziger, beginnt bald mit umfassenden Sanierungsarbeiten. In dem ihr gehörenden Teil des Objekts stehen die Läden leer und warten auf Umbau.
Zu diesem, Mitte der 1990er Jahre eröffneten, lange Zeit erfolgreichen Einkaufstempel gehört – was schon damals ungewöhnlich war – eine Bühne im Untergeschoss. „Theater an der Kö“ nannte der Erbauer der Arkaden, der Architekt Walter Brune, damals diese Einrichtung. Wohlwissend, dass die Kö rund 200 Meter entfernt ist, aber es klingt halt so schön. Einen guten Klang hat auch der Name des Intendanten, der bis heute dort arbeitet: René Heinersdorff, Spross einer mit der Düsseldorfer Kultur eng verbundenen Familie.
In den 1990er Jahren war das der Beginn einer Erfolgsgeschichte: Das Theater mit rund 400 Plätzen lockte fast täglich Menschen, auch außerhalb der Geschäftszeiten. Das gelang, weil eine Reihe prominenter Schauspieler dort auftraten und die Leute zum Lachen brachten – Boulevard-Theater in einer ursprünglichsten Form. Dass es um die Ecke eine viel ältere Konkurrenz gab, spielte keine Rolle. „Die Komödie“ an der Steinstraße und das Angebot von René Heinersdorff konnten dank eines etablierten Düsseldorfer Publikums gut nebeneinander existieren.
2023 war jedoch Schluss mit „Die Komödie“, und seitdem steht die Immobilie leer. Wie immer gab es großes Bedauern und Wehklagen, aber alle Versuche, sie am Leben zu erhalten, scheiterten. Unkaputtbar schien dagegen das „Theater an der Kö“. Sozusagen als Überbleibsel dieser besonderen Art der Kultur kamen die Menschen gern, um einen Abend voller Lachen zu erleben. Doch nun mehren sich auch dort die Anzeichen für den letzten Vorhang:
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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