Schauspielhaus: Was der neue Intendant nach Düsseldorf bringt

Andreas Karlagarnis tritt im Sommer die Nachfolge von Wilfried Schulz an und hat nun die Ideen für seine erste Spielzeit präsentiert. Der Schweizer ist ein Düsseldorf-Versteher, Heine-Zurückbringer und Glamour-Macher, ein Beruhiger und ein Irritator.
Veröffentlicht am 11. Mai 2026
Andreas Karlagarnis Intendant Schauspielhaus Düsseldorf
Andreas Karlagarnis ist 1975 in Bern geboren worden und kommt vom Wiener Burgtheater nach Düsseldorf. Foto: Stadt Düsseldorf/David Young

Stellt ein Theater sein neues Programm vor, bekommt man normalerweise eine Pressemappe in die Hand, in der Erläuterungen zu den Stücken, zu Gastspielen und Festivals, zu Tickets und Abos stehen. Bei der Pressekonferenz des neuen Schauspielhaus-Intendanten Andreas Karlagarnis gab es auch eine gut gefüllte Mappe. Darin suchte man allerdings vergeblich nach Informationen über Premieren und Uraufführungen. Auf allen Blättern standen stattdessen Texte über die künstlerischen Leiterinnen und Leiter, die Dramaturginnen und Dramaturgen und vor allem über die Schauspielerinnen und Schauspieler.

Beim Lesen der Mappe und des Hefts zur neuen Spielzeit fiel zudem die Schrift auf. In Teilen ist es eine klassisch-edle Typografie, dazwischen sieht man aber an vielen Stellen eine fröhlich-spielerische Handschrift, die der Künstler Stefan Marx entwickelt hat. Das Apostroph in „D’Haus“ wird sogar noch durch einen Blitz, eine winkende Hand oder einen Kringel ersetzt. Es ist ein munteres Durcheinander, von dem vermutlich die meisten Marken-Experten abraten würden, weil es überhaupt nicht stimmig scheint.

Die Pressemappe voller Menschen und die beiden so gar nicht verwandten Schriften sind zwei Signale, die Andreas Karlagarnis mit seinem zweiten öffentlichen Auftritt (nach seiner Vorstellung im September 2024) setzt. Der 50-jährige Berner hat nach dem Studium in Berlin, Graz, München, Zürich und Wien gearbeitet, am Burgtheater in der österreichischen Hauptstadt war er zuletzt stellvertretender künstlerischer Direktor.

In Düsseldorf tritt er nun die Nachfolge von Wilfried Schulz an, der zehn Jahre der hiesige Intendant war. Die meistgestellten Fragen sind daher natürlicherweise: Wie ist er denn, der Neue? Was macht er anders, was bewahrt er? Ich habe Andreas Karlagarnis im vergangenen Sommer schon einmal getroffen und mit ihm über seine Ideen diskutiert, und nun bei der Spielzeit-Präsentation erfahren, wie diese gewachsen sind und sich verändert haben.

Nach meinen Eindrücken bekommt Düsseldorf einen Intendanten mit mindestens den folgenden acht Eigenschaften:

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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