Was im offenen Fortuna-Brief nicht steht, aber gemeint ist
Burkhard Hintzsche hat nicht zum ersten Mal auf der städtischen Internetseite d-sports.de einen Beitrag veröffentlicht, dennoch bleibt der Weg ungewöhnlich und auffällig. Während er 2023 einen eindeutig kritischen Ton anschlug, wählte er diesmal die diplomatische Variante. Das Ganze ist kein Artikel, sondern ein offener Brief – und er hat wohl auch darüber geschlafen, denn der Beitrag erschien erst drei Tage nach dem Abstieg von Fortuna Düsseldorf in die Dritte Liga.
Am besten liest man den Brief rückwärts. Ganz am Ende steht die Frage, um die es dem für Sport zuständigen Stadtdirektor geht, die der Anlass für sein Schreiben ist: „Welche Veränderungen braucht es nun, um (…) Fortuna wieder auf den richtigen Weg zu bringen?“ heißt es unmittelbar vor den „rot-weißen Grüßen“. Wenige Sätze davor steht ein Beispiel für den diplomatischen Ansatz: „Ich selbst nehme nicht für mich in Anspruch, den einen richtigen Weg zu kennen. Aber ich möchte mit diesem offenen Brief eine notwendige Diskussion anstoßen.“
Zu dieser Diskussion findet man in dem Brief einige Gedanken, zum Teil in Fragen gefasst, zum Teil in weiche Formulierungen gehüllt. Manches ergibt sich zudem aus den Aspekten, die auffällig nicht angesprochen werden. Wir erläutern diese Stellen und die Hintergründe hier.
Struktur
Man kann den Abstieg sportlich erklären: mit Spielern, die nicht zueinander passten, die zum Teil nicht zur zweiten Bundesliga passten, mit drei Trainern in einer Saison und Transfers, die in erschütternd hoher Zahl nicht funktionierten. Burkhard Hintzsche geht darüber hinaus und stellt die Strukturfrage: Ist es richtig, dass Fortuna immer noch ein eingetragener Verein ist?
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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