Das lange Warten auf die Ampel

In Derendorf sind viele Familien in ein Neubaugebiet gezogen. Eltern, Kinder und Senioren müssen dort über die vielbefahrene Rather Straße. Die Bezirkspolitik hat für sie eine Ampel beschlossen. Im Rathaus steckte das Ganze aber zweieinhalb Jahre fest.
Veröffentlicht am 21. Mai 2026
Wohngebiet Elfriede-Bial-Strasse an der HSD, gewünschte Ampelanlage Rather Straße, Spichernstraße
Im Schnitt sind 10.000 Fahrzeuge pro Tag auf der Rather Straße unterwegs. Dort gilt Tempo 50.

Ich habe ein neues Wort gelernt: Verwaltungsverdrossenheit. Es ist das Pendant zur Politikverdrossenheit, also jenem Gefühl, das Bürgerinnen und Bürger bekommen, wenn in Parlamenten zu viel geredet und zu wenig beschlossen wird. Die Politikerinnen und Politiker haben in dieser Geschichte allerdings frühzeitig, hartnäckig und kreativ agiert – und verzweifeln mit den Betroffenen an den Prozessen im Rathaus.

Ausgangspunkt ist eine Stelle im Stadtteil Derendorf. Zwischen der Hochschule Düsseldorf und dem alten Schlachthof sind neue Wohnhäuser entstanden. Die Menschen, die dort hingezogen sind, müssen auf vielen ihrer Wege (zur Grundschule, zur Arbeit, zum Einkaufen) über die Rather Straße. Nach städtischen Angaben sind dort im Schnitt täglich rund 10.000 Fahrzeuge unterwegs. Es gilt Tempo 50.

Da die Rather Straße am neuen Wohngebiet auch noch einen Knick macht, sind die Autos schlecht zu sehen. Diese insbesondere für Kinder und Senioren unsichere Stelle beschäftigt deshalb Politik und Verwaltung. Da die Beteiligten zum Teil ähnlich-klingende Bezeichnungen haben, erläutere ich zunächst diese und dann die Entwicklung.

Die Beteiligten

Bezirksvertretung: Das ist das politische Gremium für die Stadtteile. So wie im Stadtrat Beschlüsse für ganz Düsseldorf getroffen werden, so kümmert sich die Bezirkspolitik um ihr jeweiliges Gebiet, weil sie näher dran ist. In unserem Fall geht es um die Bezirksvertretung 1, die für die Viertel im nördlichen Zentrum zuständig ist, das von Derendorf bis zur Stadtmitte reicht.

Bezirksregierung: Klingt so ähnlich wie Bezirksvertretung, ist aber etwas anderes. Die Bezirksregierung gehört zum Land. Da NRW so groß ist, hat man es nochmal in fünf Gebiete unterteilt und dafür eigene Verwaltungseinheiten geschaffen. Diese kümmern sich dann um verschiedene regionale Themen und Fragen. Die Bezirksregierung Düsseldorf ist zum Beispiel zuständig für bestimmte Förderanträge, um die es gleich noch geht.

Amt für Verkehrsmanagement: Diese Behörde kümmert sich um Wege und Straßen in Düsseldorf, ebenso um Schilder und Ampeln. Es ist daher stark involviert, wenn es um sicherere Kreuzungen geht.

Die Entwicklung

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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