Schadow Arkaden bald Baustelle – aber nur zur Hälfte

Im Teil der Mall Richtung Kö-Bogen sind alle Geschäfte leer, der Eigentümer dieses Bereichs des Shopping-Centers will sanieren. Dem Gebäude droht nun eine Zweiteilung: Die Rheinische Post, der ein Großteil des Gebäudes gehört, wartet ab.
Von Hans Onkelbach (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 13. Mai 2026
Leere Schadow Arkaden
Die Ladenlokale in diesem Teil der Schadow Arkaden sind geräumt, die Schaufenster mit Postern verklebt.

Seit Jahren schon wächst der Leerstand in den Schadow Arkaden, Händler kamen und gingen, zuletzt in steigendem Tempo. Viele Ladenlokale, vor allem im Obergeschoss, blieben lange oder auf Dauer vakant. Dass dieses nun 30 Jahre alte Einkaufszentrum eine grundlegende Sanierung braucht, ist offensichtlich. Doch hinter den Kulissen wurde die Entscheidung zur Sanierung aufgeschoben. Ein Indiz dafür: Das von Anfang an dazugehörende Theater an der Kö von René Heinersdorff, eigentlich auf langfristige Planung angewiesen, bekam zuletzt mehrfach kurzfristige Mietverträge. Immerhin hat die Bühne zurzeit eine Zusage bis Anfang 2028. Üblich war über lange Zeit jedoch eine Fünfjahresplanung, weil sich sonst Engagements und Spielpläne kaum vertragssicher vereinbaren ließen. Auch das ist ein Zeichen für die Unsicherheit des Vermieters (in diesem Fall der Rheinische Post Mediengruppe) mit Blick auf die Zukunft.

Vor allem ist nicht erkennbar, wie die Eigentümer der Immobilie miteinander kooperieren. Oder ob sie das überhaupt tun. Ein Düsseldorfer Immobilienexperte, der die handelnden Parteien und das Objekt seit Jahren kennt, behauptet, man spreche in dieser Sache kaum miteinander, habe sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können. Angeblich gab es sogar von einer Seite eine verwaltungsrechtliche Beschwerde gegen die Baupläne. Einer der Mieter, der nicht genannt werden will, beklagt ebenfalls eine mangelnde, nämlich nicht stattfindende Kommunikation. „Keiner kann oder will mir sagen, ob und wie es weitergeht.“

Die Eigentümer
Um zu begreifen, was da abläuft, muss man die Strukturen erklären: Das Gebäude zwischen Schadowstraße, Blumenstraße und Martin-Luther-Platz gehört zwei großen und einem kleinen Unternehmen. Die beiden Großen sind die Versicherung Alte Leipziger und die Rheinische Post Mediengruppe, der Kleine ist ein Zweig der Verlegerfamilie Girardet. Gemanagt wird das Zentrum von einer Firma, in der die Rheinische Post das Sagen hat. 

Dass die genannte Versicherung beteiligt ist, war lange Zeit unübersehbar: Ihr Firmenname prangte hoch am Gebäude hin zum Schadowplatz. Seit etlichen Monaten ist er verschwunden. Der dortige Bereich gehört ihr. Innen verläuft die Grenze für Nicht-Kenner unsichtbar.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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