Neues Restaurant Zusje: Mehr ist mehr

In der Altstadt hat ein niederländisches Restaurant eröffnet – im barocken Stil, mit Goldbesteck, Kronleuchtern und einer Tapas-Flatrate. Ich habe getestet, wie es dort schmeckt.
Von Gesa Born (Text)
und Christoph Wegener (Foto)
Veröffentlicht am 10. August 2026
Restaurant Zusje an der Mühlenstraße in der Altstadt Düsseldorf
Drei von über 50 Mini-Gerichten: Grillburger, Knoblauch-Garnelen und der Überraschungsfavorit, die Käsekrokette auf Brioche-Toast. Außen knusprig, innen cremig.

So, reicht jetzt offenbar mit reduziertem Design. Mit viel Teller um wenig Essen und blanken Stühlen aus Edelstahl, auf denen man nach kurzer Zeit anfängt zu rutschen. Im neuen Restaurant Zusje in der Altstadt lautet die Devise: Mehr ist mehr. In jeder Hinsicht. Hier sitzt man auf olivgoldenen Samtstühlen und gepolsterten Bänken. An der Decke hängen Kronleuchter, über der Bar schaut man auf einen Engelshimmel in Rosé- und Pfirsichtönen. Und auch das „Zusje-Erlebnis“ verspricht viel.

So heißt das All-you-can-eat-Konzept. 43,80 Euro pro Person. Dafür wählt jeder pro Runde zwei Gerichte von einer langen Liste aus, die man mit Kugelschreiber abhakt. Danach die nächste Runde. Und die nächste. Getränke zahlt man extra. Wer weniger Hunger hat, nimmt ein Paket: drei Gerichte für 15,70 Euro, vier für 20,30 Euro.

Social-Media-Hype um Zusje in der Altstadt

Meistens bin ich genervt von Werbung. Beim Radiohören schalte ich in Sekunden weg. Dann wieder sitze ich auf dem Sofa und schaue einer Content Creatorin zu, wie sie ein Brioche-Toast bei Zusje isst (gesprochen: Süschje, „kleine Schwester“ auf Niederländisch). Gefühlt waren sie alle schon da, meine Instagram-For-You-Page ist voll davon. Ich speichere das Video ab, weil: toll, etwas Neues, hier in meiner Stadt. Für Neueröffnungen in Düsseldorf sind lokale Creator:innen Gold. Eine bundesweit bekannte Influencerin aus, sagen wir, München würde sicher weniger Leute ins Restaurant holen als eine im Vergleich weniger bekannte aus Flingern. Denn: Ihre Follower wohnen hier – und können an einem Mittwochabend spontan vorbeischauen.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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