Gastronom Walid El Sheikh interessiert das alte Postamt in Oberkassel 

Morgen eröffnet er seinen über Jahre umstrittenen Kiosk an der Sonderburgstraße. Nun erfährt der Stadtteil von seinen Plänen in der ungleich größeren Immobilie an der Luegallee.
Veröffentlicht am 12. August 2026
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Seit vergangenem Herbst ist in diesem Gebäude an der Luegallee keine Post mehr. Es steht unter Denkmalschutz, an der Fassade darf sich nichts ändern. Innen hat der Umbau begonnen. Foto: Hans-Jürgen Bauer

Aufzuzählen, was Walid El Sheikh gerade gehört, oder was nicht mehr, ist derzeit ein wenig schwierig, weil sich immer mal wieder was ändert. Bekannt geworden ist er mit beliebten Adressen wie der Fett Weinbar, Sir Walter oder HotelHotel in der Altstadt. Wie viele Lokale er heute hat, wird er selbst wissen, aber von außen ist das nicht leicht zu durchschauen.

Eins muss man dem Mann lassen: Er hat Erfolg. Seine Läden laufen nicht zuletzt wegen eines jeweils gut durchdachten Designs, in dem seine Klientel gern feiert. Und er hat das richtige Gespür, wann scheinbar munter sprießende Blüten auf seiner üppigen Blumenwiese anfangen zu verblühen und es Zeit ist, sie zu verkaufen. Bevor sie in der Gunst eines kapriziösen Publikums abstürzen, somit an Umsatz und damit an Wert verlieren. 

Walid El Sheikh
Walid El Sheikh vor dem früheren Friseurladen in Oberkassel, bevor der Umbau begann. Foto: Andreas Endermann

Ärger um einen Kiosk
Zuletzt bekam er reichlich schlechte Schlagzeilen, weil er einen früheren Friseursalon in Oberkassel an der Sonderburgstraße anmietete und dort eine Weinbar eröffnen wollte. Flugs war die Nachbarschaft auf der Zinne, fürchtete nächtlichen Rummel à la Altstadt im eher beschaulichen Viertel. Über drei Jahre gab es viel Hickhack, formal ging es um Terrassenflächen und Parkplätze. Am Ende gab es einen Kompromiss: Er werde keine Bar, sondern einen Kiosk eröffnen.

Weil jemand wie Walid El Sheikh aber nicht einfach nur ein Büdchen aufmacht und dort Marlboro oder Kaugummi durchs Fenster reicht (was auch niemand erwartet hatte), bekam das Baby rechtzeitig vor der Entbindung noch einen Namen: „New International Club Stop“ soll es heißen, drunter tut er es nicht. Eine „Trinkhalle der schönen Dinge“ nennt er es, und die Rheinische Post jubelte brav: „Der Champagner steht schon kalt.“ Klar, wir sind ja in Oberkassel, da ist die feine Brause alltäglich. 

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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