Keine neue Oper, aber eine Chance für Düsseldorf
Die Einsicht kam spät, aber nicht zu spät: An dieser Beziehungskiste namens Opern-Neubau hätte sich selbst der einstige Finanzprotz Düsseldorf verhoben. Allen Beteiligten war klar, dass die von Anfang an verlogene Behauptung, die Kosten bei einer Milliarde zu deckeln, auf keinen Fall zu halten sein würde. Rein kommunikations-strategisch war spätestens zum Zeitpunkt dieser abenteuerlichen Rechnung der Wurm in der ganzen Sache. Denn die Zinsen über Jahrzehnte hatte man diskret ignoriert – kalkuliert waren sie für 50 Jahre.
In der Pressekonferenz zum Thema berichtete Oberbürgermeister Stephan Keller, wie das Team der Oper auf die Nachricht reagiert hat. Er habe noch nie in so enttäuschte Gesichter geschaut, sagt er. Der Schock saß offenbar so tief, dass zunächst niemand Fragen stellte. Das sollte sich bei einer Betriebsversammlung, die für die nächsten Tage geplant ist, ändern. Wenn der Schrecken nachlässt, wird auch erkennbar, welche Chancen das jetzige Aus bietet:
1. Geld
Die Stadt bindet sich keine dreistelligen Millionenbeträge ans Bein, an denen viele Investitionen der kommenden Jahre gescheitert wären. Es wird harte Einschnitte geben müssen, Menschen werden direkt betroffen sein. Trotzdem ein solches Ding mit solchen Kosten zu bauen, wäre nicht nur unvernünftig, sondern schlicht dumm und asozial. So viel zum Finanziellen. Doch andere Punkte sind mindestens ebenso wichtig.
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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