Friedrichstraße: Harter Schlag ist trotzdem eine gute Nachricht
In den Cafés an der Friedrichstraße gab es am Montag einen neuen Volkssport: Zaunstaunen. Die Terrassen waren bestens besucht. Wer dort saß, reckte sich, um über die Absperrungen der Baustellen zu gucken. Dort sah man mehrere Bagger kurven, die orangefarbenen Leuchten diverser Laster, das rasende Band einer Teermaschine, ein Fahrzeug von Rohr- und Kanalbauern. Man hätte sich eigentlich Ohren und Nase zuhalten müssen, aber erstmal wollte man sehen, was da alles passiert.
Auf dem Teil, der am Graf-Adolf-Platz beginnt, ist die Friedrichstraße seit diesem 27. Juli eine Großbaustelle ohne Durchfahrtmöglichkeit. Die Stadt hat angekündigt, dort bis Anfang September viel schaffen zu wollen. Der Zeitraum nach der Kirmes und bis zum Ende der Sommerferien sei ideal: Auf den Straßen sei weniger los, deshalb könne man einen solchen Abschnitt komplett sperren und dann effizienter arbeiten.
Anlieger und Lieferfahrzeuge für die dortigen Geschäfte dürfen zwar wie die Bagger und Laster weiterhin durch, dennoch ist das Ganze eine neue Belastung für Handel und Gastronomie. Zu Fuß kommen die Kundinnen und Kunden noch an, sie werden allerdings von reichlich Krach begleitet. Wer mit dem Fahrrad zum Einkaufen möchte, muss die parallel verlaufenden Talstraße nehmen und dort parken.
Die Unternehmerinnen und Unternehmer an der Friedrichstraße haben viele harte Jahre hinter und nun extra-heftige Wochen vor sich. Der Slogan der Netzgesellschaft an einem Zaun erscheint in diesem Zusammenhang wie ungewollte Satire: „Damit‘s bald noch besser läuft“, steht dort.
Trotz allem bin ich nach einem Besuch der Überzeugung, dass die jetzigen Einschränkungen eine gute Nachricht für die Friedrichstraße bedeuten – und zwar aus folgenden Gründen:
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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