Der Bus fährt, aber der Fahrer ist nicht an Bord
In diesem Zimmer wartet die Zukunft. Das verspricht zumindest ein blaues Schild an der Eingangstür. Wer einen Blick ins Innere des Raums wirft, kommt zu zwei Erkenntnissen: Die Welt von morgen braucht nicht viel Platz, ein paar Quadratmeter im Düsseldorfer Euref-Campus reichen. Außerdem erinnert die Zukunft irgendwie an ein Videospiel.
Daran musste sich auch Stephan Reisch erst gewöhnen. Er sitzt in einer Ecke des Zimmers vor großen Bildschirmen, umfasst mit beiden Händen ein Lenkrad und bereitet sich auf den Start vor. Ihn jetzt anzusprechen, ist verboten. Denn Straßen, Autos und Menschen, die der Busfahrer auf den Monitoren sieht, sind nicht Teil eines Playstation-Levels. Alles ist real.
Die Aufnahmen werden in Echtzeit von den Kameras eines Kleinbusses übertragen, der vor dem Euref-Campus steht. Reisch hat von seinem Leitstand aus nicht nur den Überblick – er kann das Fahrzeug auch fernsteuern. Seine Route wird ihn gleich über breite Straßen mit wenig Verkehr führen, aber auch am Terminalbereich des Flughafens Düsseldorf vorbei. Jeder Urlauber weiß, wie chaotisch es dort ist. Die Zukunft verlangt dem Busfahrer deswegen viel Konzentration ab. Moderne Technik hin oder her.
Die beiden fernlenkbaren Shuttles sind ein gemeinsames Pilotprojekt vom Flughafen, der Rheinbahn und der Rheinmetall-Tochterfirma Mira. Anderthalb Monate wird getestet, wie alltagstauglich das Konzept ist und ob sich Fahrgäste überhaupt darauf einlassen.
Wie funktioniert das ferngesteuerte Shuttle?
Rheinbahn-Fahrer Stephan Reisch ist über das Internet mit dem Shuttle verbunden. Kameras simulieren den Blick aus der Frontscheibe, außerdem gibt es einen digitalen Rückspiegel und Aufnahmen von den Seiten des Busses. Reisch hat von seinem Leitstand aus Zugriff auf Lenkung, Bremsen, Blinker, Hupe und Fensterheber. Ziemlich cool, findet der Busfahrer. Aber er sitzt halt nicht selbst im Fahrzeug, was einige Herausforderungen mit sich bringt.
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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