Südbrücke: Was für und gegen den Radweg auf einer Autospur spricht

An der Josef-Kardinal-Frings-Brücke ist der Stahl unter den Seitenwegen teilweise weggerostet. Deshalb nutzen Radfahrer und Fußgänger nun die Auto-Fahrbahn. Den motorisierten Fahrzeugen bleibt in Richtung Neuss nur eine Spur. Ein Pro und Contra zu dieser Regelung.
Veröffentlicht am 13. Juli 2026
Josef-Kardinal-Frings-Brücke zwischen Düsseldorf und Neuss
So sieht die neue Regelung aus: Rechts der Weg ist für Räder und Fußgänger gesperrt. Deshalb dürfen sie die rechte der beiden Auto-Fahrbahnen nutzen. Foto: Hans-Jürgen Bauer

Der Rost frisst an der Verkehrsführung im Düsseldorfer Süden. Seit 10. Juli ist die Josef-Kardinal-Frings-Brücke (umgangssprachlich Südbrücke) in Richtung Neuss deshalb nur noch einspurig befahrbar. Der Grund liegt neben der Fahrbahn. Die ist unbeschädigt, doch der Stahl unter den Geh- und Radwegen ist stellenweise weggerostet. Die Wege liegen auf sogenannten Kragarmen, die wie schmale Balkone außen an der Brücke hängen. Damit Fußgänger und Radfahrer dennoch über den Rhein kommen, erhalten sie nun eine der Autospuren. Das sorgt für Diskussionen, denn nach Angaben von Straßen-NRW nutzen im Schnitt 50.000 Fahrzeuge die Brücke täglich.

Während der Sanierung war die Frings-Brücke immer wieder nur eingeschränkt befahrbar. Doch erst in der jetzigen Bauphase wird unterhalb der Brücke gearbeitet. Als die Arbeiter die Gerüste aufgebaut und die Stahlteile freigelegt hatten, entdeckten sie den Schaden. Ob und wie sich die Konstruktion unter den Wegen sanieren lässt, wird geprüft.

Wie lange die Autospur den Fußgängern und Radfahrern gehört, ist damit unklar. Der Ersatzneubau der Brücke kommt nach Angaben von Straßen.NRW erst in zehn bis fünfzehn Jahren. Die Lösung sei jedoch nicht dauerhaft gedacht, betont der Landesbetrieb.

Da die Brücke eine Bundesstraße ist, liegt die Verantwortung beim Land und nicht bei der Stadt. Entschieden wurde in einem Gremium. Darin sitzen Straßen.NRW als Baulastträger, die Verkehrsbehörden von Düsseldorf und Neuss sowie die Bezirksregierung. Stadtrat oder ein Ausschuss haben darüber nicht entschieden.

Damit ist die Situation anders als bei der Theodor-Heuss-Brücke, die in Verantwortung der Stadt liegt und über die deshalb die hiesigen politischen Gremien entscheiden, das nächste Mal am 16. Juli.  Auch dort soll der Verkehr ab Ende des Jahres in beide Richtungen nur noch einspurig rollen. Dazu zwingt allerdings die Baustelle: Die Kragarme, auf denen die Geh- und Radwege liegen, werden erneuert. Auf der Frings-Brücke dagegen wurde eine Autospur umgewidmet, damit Fußgänger und Radfahrer überhaupt über den Rhein kommen.

Das ist eine Entscheidung, zu der man unterschiedliche Meinungen haben kann. Muss der Rad- und Fußverkehr von der Brücke oder steht ihm die Spur zu? Wir stellen die Argumente für beide Positionen vor.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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