LAP Coffee: Das soll jetzt Spaß machen?

An der Nordstraße hat eine Berliner Kaffee-Kette eröffnet, die für ihre niedrigen Preise bekannt ist. Ich habe einen Matcha mit Algenschaum und gemischten Gefühlen getestet – und mich bei den Cafés in der Nachbarschaft umgehört.
Von Gesa Born (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 28. August 2026
LAP Coffee Nordstrasse 25 Foto: Andreas Endermann
Blick in die neue Filiale: Die Getränke werden grammgenau gewogen und standardisiert zubereitet. Der Kaffee kommt aus dem Vollautomaten. Foto: Andreas Endermann

Im Kopf habe ich die Bestellung geübt. „Hi. Ich hätte gerne den Blue Spirulina Cloud Matcha.“ Die Frau mit freundlich reserviertem Gesichtsausdruck und Käppi scheint zu verstehen. Zumindest tippt sie etwas in ein Tablet. Ich schaue mich in der Düsseldorfer Filiale der Berliner Kette LAP Coffee um. 2023 gegründet, hat das Unternehmen in rasantem Tempo expandiert und innerhalb von zwei Jahren Standorte in mehreren deutschen Großstädten eröffnet. Seit Kurzem auch an der Nordstraße – was für gemischte Reaktionen sorgt.

Der Laden wirkt aufgeräumt. Große Glasfront, eine dunkelblaue Wand und eine schmale Polsterbank in gleicher Farbe. In der Vitrine liegen zwei einsame Croissants. Auf dem Edelstahl-Tresen hinterlasse ich Fingerabdrücke. Hände in die Hosentaschen, entscheide ich. Wie wartet man angemessen lässig auf einen Blue Spirulina Cloud Matcha? Neben mir warten zwei Frauen, vielleicht Mitte zwanzig, in Sport-Leggings und übergroßen Pullovern mit GAP- und Hochschul-Logo. Sie halten sich an ihren Handys fest. Gute Idee. Ich nehme meine Hände wieder aus den Taschen.

Dann geht es los: Die Frau mit der Käppi stellt den Becher mit Matcha und Kokoscreme auf eine kleine Waage. Sie greift zu einem Sahne-Siphon und schießt obendrauf eine hellblaue Haube aus Blaualgen. Mein Blick fällt auf die Kunstwerke an der Wand: langgliedrige, orangefarbene Figuren. Airbrush und Acryl eines Berliner Künstlers, wie die Plakette daneben verrät. Hinter dem Tresen hängt eine Liste, die Fotos der Getränke zeigt. Sie heißen Guava Chia Matcha oder Strawberry Cloud Matcha und kosten 4,50 Euro. Kaffee gibt es für 2 Euro, Cappuccino für 2,50 Euro, Espresso für 1,50 Euro. Hui, günstig, sagen Sie jetzt? Stimmt, und deshalb gibt es Kritik.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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