Nathanael Liminski – für Hendrik Wüst ein Gottesgeschenk

Minister für Europafragen und Medienpolitik, Leiter der Staatskanzlei, Bonner CDU-Vorsitzender: In der NRW-Landesregierung ist der Mann mit dem biblischen Namen eine Allzweckwaffe. Seine Präsenz steigt beständig. Was als Vorbereitung auf noch größere Aufgaben verstanden werden darf.
Veröffentlicht am 6. November 2026
100. Sitzung des Landtags Nordrhein-Westfalen
Nathanael Liminski (links) ist der Mann im Hintergrund. Im Kabinett von Ministerpräsident Hendrik Wüst spielt er dennoch und deshalb eine zentrale Rolle. Foto: Imago

Wer die komplexe Person namens Nathanael Liminski verstehen will, muss sie auch in ihrem Biotop Bonn-Pützchen erleben.

Dort tagt an einem herbstlichen Samstagvormittag der CDU-Kreisparteitag, seit zwei Jahren ist Liminski Vorsitzender. Nun stehen Wiederwahlen an, und der 41-Jährige ist gebeten worden, das Amt zu behalten. In der Nähe wuchs er auf, die Region ist seine Heimat, da hat er seine Wurzeln, das ist ihm wichtig zu erwähnen. Seine Mutter lebt noch heute dort.

Zum Parteitag sitzen in der Aula der Gemeinschaftsgrundschule Siegburger Straße im Stadtteil Beuel-Pützchen ein paar hundert Mitglieder, viele deutlich jenseits der 60. Dass Liminski dazu gehört, ist nicht zu übersehen. Man kennt sich, man duzt sich, einige nehmen ihn in den Arm, Vornamen fliegen hin und her. Lokale Probleme sind dem Ex-Bonner und nun Düsseldorfer vertraut, egal, ob es um den Bau von Freibädern oder die Flaute in der Kasse der Ex-Hauptstadt geht.

Liminski braucht keine Notizen, redet frei und klar. „Einfach mal machen“ ist nicht sein Ding, sagt er, und richtet damit einen Seitenhieb auf Parteifreund Carsten Linnemann, der vor ein paar Monaten genau das als Option genannt hatte. Damals war er noch CDU-Generalsekretär, heute ist er Gesundheitsminister.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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