Polizeikontrolle: Hanfmesse ja, Weinmesse nein

Ein Beitrag auf der Plattform „Frag den Staat“ hat ergeben, dass zwei Veranstaltungen in Düsseldorf unterschiedlich betrachtet wurden. Nur bei einer wurde berauschende Wirkung angenommen – obwohl beide in der Unfallstatistik gleichbehandelt werden.
Veröffentlicht am 4. November 2026
Cannafair vs. ProWein Foto Links: Andreas Endermann, Foto Rechts: Messe / Tillmann Bildmontage: Andreas Endermann
Die Cannafair 2023 und eine Weinverkostung: Bei den Kontrollen rund um die Hanfmesse Mitte August durften 64 Fahrerinnen und Fahrer wegen Drogen im Blut nicht weiterfahren. Foto: Andreas Endermann (links), Messe/Tillmann (rechts)

Die Düsseldorfer Polizei hatte Mitte August offenbar so eine Ahnung. Rund um das Böhler-Gelände an der Stadtgrenze zwischen Düsseldorf und Meerbusch überprüfte sie die Autofahrenden. Der Grund: Auf dem Gelände fand die Messe „Cannafair“ statt. Das Ergebnis: In 87 Fällen ergab sich der Verdacht, dass die Kontrollierten unter Einfluss von Drogen standen. Wie viele Menschen sie insgesamt überprüfte, gab die Polizei nicht an.

Die 81 Bluttests, die die Beamten anschließend machen ließen, bestätigten die Annahmen weitgehend. Bis auf zwei Ausnahmen waren alle Proben positiv. 64 Resultate lagen über dem zulässigen Grenzwert. Das heißt: Diese Fahrerinnen und Fahrer durften nicht mehr am Steuer sein.

Die Polizei hat zwei längere Pressemitteilungen dazu veröffentlicht, in denen sie erläutert, wie viele der Angehaltenen unter dem Einfluss von THC (Wirkstoff von Cannabis), Amphetaminen oder Kokain standen. Polizeipräsidentin Miriam Brauns wird dabei mit einer klaren Ansage zitiert: „Wenn fast 80 Prozent der Autofahrer, die unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln (Cannabis) stehen, den vom Gesetzgeber gewählten Grenzwert nicht einhalten, bedeutet dies, dass wir bei unseren Verkehrskontrollen noch konsequenter vorgehen müssen.“ 

Die Behörde kündigt an, weiterhin Verkehrskontrollen mit dem Schwerpunkt „berauschende Mittel im Straßenverkehr“ in der Stadt und auf den Autobahnen um sie herum durchzuführen.

Die Polizeimeldung hat einen Düsseldorfer auf eine Idee gebracht. Er nutzte die Plattform „Frag den Staat“, um herauszufinden, ob die Polizei auch andere Veranstaltungen zum Anlass nimmt, mit dem Schwerpunkt „berauschende Mittel im Straßenverkehr“ zu kontrollieren. 

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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