Hannovers Messe im Niedergang – Warnung für Düsseldorf
Die Messe Düsseldorf: Sie steht für Namen wie Boot, Drupa, K, Interpack, Medica, Rehacare, ProWein und Wire & Tube. Zumindest vom Hörensagen kennen das die meisten, nicht alle wissen, was das bedeutet: Internationales Renommee, viel Geld für die Stadt über die Ausschüttung an die Eigentümer (zu 56,5 Prozent gehört sie der Stadt) sowie so genannte Sekundär-Umsätze (Gastronomie, Hotels, Dienstleistung, Einzelhandel, Quelle: Ifo-Institut) in Höhe von knapp 1,7 Milliarden Euro pro Jahr.
Doch das scheinbar Selbstverständliche ist kein Automatismus. Das Geschäft brummt, aber es gibt keine Garantie. Ein Insider formuliert es so: „Du musst ständig auf der Hut sein!“ Was passiert, wenn man das nicht ist, zeigt sich jetzt in Hannover. Und das beobachtet man hier sehr genau. Denn die stärksten Konkurrenten der Düsseldorfer Messegesellschaft waren nie die Nachbarn. Weder Köln noch Dortmund oder Essen spielten jemals in derselben Liga wie die Ausstellungsgesellschaft der Landeshauptstadt. Nein – der wirkliche Mitbewerber auf Augenhöhe saß knapp 300 Kilometer im Norden, in der niedersächsischen Hauptstadt Hannover an einem Flüsschen namens Leine. Nur die dortige „Deutsche Messe AG“ war ein echter Herausforderer. Und das über viele Jahre.
Die Flaggschiffe CeBit, Hannover-Messe (Automatisierung, Digitalisierung, Energie- und Produktionstechnologien), EMO (Werkzeugmaschinen und Metallbearbeitung), Agritechnica (Landtechnik). Sie standen über die Jahrzehnte scheinbar wie in Fels gemeißelt, Solitäre deutscher Industrie-Potenz. Was Rang, Namen, Umsatz und Erfolg hatte, war an der Leine vertreten. Vor allem die Hannover-Messe, obwohl kleiner als Düsseldorfs Drupa oder K, war ein mächtiges Synonym für Erfolg. Das wurde auch von der Politik so gesehen: Wer an der Spitze des Kanzleramtes saß, war dabei, wenn dort was zu eröffnen war. Bilder in der Tagesschau waren garantiert.
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