“Zum Schiffchen“ in der Altstadt: Kurz vorm 400. Geburtstag ein Wrack
1628 begann die Geschichte dieser Schankwirtschaft. „Zum Schiffchen“ war ein naheliegender Name, der Verkehr auf dem Rhein spielte damals eine größere Rolle in Düsseldorf als heute und das Haus stand direkt am Hafen. Über die Jahre hat es einiges erlebt, nicht immer überlebt. Zweimal wurde es zerstört: erstmals 1794 durch den Beschuss französischer Truppen von der anderen Rheinseite, dann zum Ende des Zweiten Weltkriegs durch Bomben.
Für den Neubau wählte man 1945 „den alten Stil“, wie es so schön heißt. Dass es seinerzeit bei der Gründung im 17. Jahrhundert so aussah wie zuletzt, darf bezweifelt werden. Der Wiederaufbau entsprach wohl eher einer damals so bevorzugten Vorstellung historischer Bauweise. 1949 wurde es wiedereröffnet.
Die Erfolgszeit begann in den folgenden Jahren, als das Wirtschaftswunder auch Düsseldorf aufblühen ließ. So wurde es bei Einheimischen und zigtausenden Touristen mit seinen vermeintlich alten Laternen, dem dunklen Holz und den Butzenscheiben beliebt. 2028, also übernächstes Jahr, wäre der 400. Geburtstag. Das Haus wird ihn wohl erleben, womöglich sogar als Gastronomie. Es kann aber auch sein, dass es dann immer noch zu ist.
Erst sanieren, dann Betreiber suchen
Im Herbst 2024 floss das vorerst letzte Alt und wurde die letzte Haxe serviert. Immobilieninvestor Imion kaufte das Haus von der Stadt (ein Klingelschild einer einst dort sitzenden Behörde vergammelt noch heute neben der Tür) und verkündete, man werde einen siebenstelligen Betrag ausgeben, um zu sanieren und umzubauen. In der „Rheinischen Post“ teilte das Unternehmen mit, wenn 2026 alles fertig ist, werde man einen neuen Betreiber suchen. Der bis dahin verantwortliche Gastronom Elias Khamassi, der auch den Goldenen Ring am Burgplatz betreibt, zeigte Interesse. Er würde gerne auch künftig die Regie übernehmen, sagte er.
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