Warum sich die Elite-Uni WHU für den Düsseldorfer Hafen entschied
Diese Uni wird wenig zu tun haben mit studentischem Leben zwischen Hörsaal und Eckkneipe. Die WHU ist im Gegenteil leistungsorientiert, will Menschen für Führungspositionen ausbilden und Unternehmergeist fördern. Alles im Sinne des Gründers Otto Beisheim – immerhin war er daran beteiligt, den Metro-Konzern zu erschaffen.
Dass das funktioniert, zeigen Beispiele von Firmennamen aus dem Umfeld der WHU – Zalando, Hellofresh, Flix-Bus und die Toniebox. Alle vier sind heute als Namen etabliert, ihre Produkte werden tausendfach genutzt, weil sie jeweils den Nerv der Zeit und möglicher Kunden trafen. Ihre Gründer gefördert zu haben, kann die WHU trophäengleich von sich behaupten.
Wenn diese Hochschule also nun nach Düsseldorf kommt und 2034 (so der Plan) ihren Betrieb aufnimmt, hat die Stadt künftig eine Kaderschmiede für Führungskräfte der Zukunft. Sie bekommt an der Kesselstraße im Medienhafen einen Campus, der sich als Teil der Kommune und der Wirtschaft sieht, also kein abgeschlossener Elfenbeinturm sein will. Sie Elite-Uni zu nennen, ist gerechtfertigt, die Studiengebühren sorgen für einen Ausleseprozess der wirtschaftlichen Art: Bis zu 55.000 Euro für sechs Semester kann ein Studiengang kosten. Man betont freilich, dass auch Stipendien an talentierte, aber weniger betuchte Interessenten vergeben werden.
Dass die WHU sich für Düsseldorf und den Hafen entschied, ist auch einem Mann zu verdanken, der mit einem Immobilien-Projekt bereits für Aufsehen erregte: Frank Schmid entwarf die Idee der überbauten Münchener Straße. Er sieht im knappen Innenstadt-Raum Potenzial für Wohnungen und Büros. Sein Vorhaben ist von der Stadt ausdrücklich begrüßt und unterstützt worden. 2027 beginnt der Bau. Schmid war 1984 einer der ersten Studenten der WHU, blieb ihr verbunden mit anderen Ehemaligen. Als er erfuhr, dass man in Düsseldorf aus der bisherigen kleinen Dependance in den Schwanenhöfen an der Erkrather Straße in eine neue Dimension vorstoßen möchte, nutzte er seine hiesigen Kenntnisse und vermittelte den Kontakt zur Rathausspitze.
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