Uwe Reppegather: Für Monate Leben auf zehn Quadratmetern
Die Vorgeschichte
Uwe Reppegather arbeitet seit den 1990er Jahren als Immobilien-Entwickler in Düsseldorf. Er war zum Beispiel beim Projekt Kö-Bogen II dabei. Zuletzt hatte er mehrere Gebäude auf der Kö gekauft, um den so genannten Calatrava-Boulevard zu bauen. Dabei ging seine Firma Centrum pleite, auch er persönlich konnte aber nach überraschend kurzer Zeit wieder neu starten, unter anderem weil die Gläubiger sich mit einer Quote von 0,7 Prozent einverstanden erklärten.
Zum Verständnis: Von den Forderungen, die ihnen zustanden, bekamen sie am Ende 0,7 Prozent. Allein dieser Fakt wurde in der Branche, aber gewiss auch bei Behörden mit Erstaunen registriert. Dann kam die persönliche Insolvenz Reppegathers. Deren Folgen hatte er abzufedern versucht, indem er innerhalb der Familie großen Vermögenswerte an Frau und Kinder übertrug.
Heute darf man davon ausgehen, dass in dieser Zeit bereits im Hintergrund Ermittlungen liefen. Und zwar von verschiedenen Behörden: Zoll, Steuerfahndung, Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft nahmen unter die Lupe, was da mit viel Medienpräsenz über die Bühne ging und allseits bestaunt wurde („Der Uwe schafft das schon!“). Höhepunkt war eine Razzia im März, zeitgleich – morgens früh – an unterschiedlichen Adressen. Unter anderem auf Ibiza, wo Reppegather in seiner vielen Millionen Euro teuren Villa festgenommen wurde.
Wenige Tage später durfte er mit Erlaubnis der spanischen Polizei aus dem Gefängnis, musste sich aber den deutschen Behörden stellen. Das tat er auch – und wurde hier verhaftet. Das heißt: Er ist jetzt Untersuchungshäftling. Begründet wurde der Haftbefehl mit Verdunklungs- und Fluchtgefahr. Vor allem ersteres ist in diesem Fall relevant. Man fürchtet, er könnte Beweismittel vernichten, wenn er auf freiem Fuß ist. Also lebt er nun in einer Zelle, ohne Handy, ohne Computer, ohne Internet. Kontakt nach draußen hat er allerdings über seine Anwälte.
So lebt Reppegather jetzt
Die im Vorspann dieses Artikels erwähnte Stille bezieht sich nur auf die mediale Präsenz des Falles. Zeitungen wie „Handelsblatt“ und die „Rheinische Post“ haben noch mehrmals über Hintergründe berichtet, vor allem aber klar gemacht, wie kompliziert das Firmengebilde des Baulöwen ist, das er über die Jahre hat wachsen lassen. Der Mann, der Immobilien im Gesamtwert von Milliarden zu kaufen versuchte, tatsächlich erwarb, entwickelte, aus- und umbaute, am Ende weiterverkaufte, dadurch Millionen verdiente und im absoluten Luxus lebte – dieser Mann führt zurzeit ein völlig anderes Leben. Und zwar eins auf rund zehn Quadratmetern. So groß sind nämlich die Zellen der JVA Düsseldorf. In einer davon sitzt Reppegather seit April.
Sein Tagesablauf
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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