Rheinmetall verstehen

Einerseits ist es Düsseldorfs bekanntester Dax-Konzern, andererseits ist erstaunlich wenig bekannt, was das Unternehmen alles macht. Wir geben deshalb einen Überblick über die Struktur, die Partner und die Länder, in denen Rheinmetall aktiv ist.
Veröffentlicht am 28. Oktober 2026
Rheinmetall AG, Hauptsitz Düsseldorf Foto: Andreas Endermann
Rheinmetall ist auf sechs Kontinenten vertreten und beschäftigt rund 34.000 Mitarbeitende. Die Zentrale in Düsseldorf ist einer von 161 Standorten und Produktionsstätten.

Es ist ziemlich schwierig, keine Meinung zu Rheinmetall zu haben. Für die einen ist es das erfolgreichste Unternehmen an der deutschen Börse, ein wichtiger Gewerbesteuer-Zahler in Düsseldorf oder ein Unterstützer der deutschen und europäischen Verteidigungspolitik. Die anderen sehen darin einen Rüstungskonzern, einen Profiteur des Ukraine-Kriegs oder unerwünschten Sponsor des regionalen Sports.

Jenseits dieser Ebene ist Wissen über die Firma mit Sitz im Stadtteil Derendorf eher rar. Zwei wesentliche Ursachen dafür sind die schlichte Größe des Konzerns und seine zahlreichen Verzweigungen. Um Rheinmetall zu verstehen, möchten wir ein möglichst vollständiges Bild des Unternehmens, seiner Aktivitäten und seiner Standorte darstellen.

Der Ursprung
Die offizielle Adresse von Rheinmetall lautet Rheinmetall-Platz 1. Diese besondere Namensgebung war gar nicht erforderlich, denn die Zentrale liegt an einer Straße, die ebenfalls eng mit dem Unternehmen verbunden ist: an der Heinrich-Ehrhardt-Straße. Der Ingenieur aus Thüringen ist kein Gründer von Rheinmetall, hat aber den Bau des Werks an der Ulmenstraße in Düsseldorf geleitet und dem Unternehmen Patente und Erfindungen zur Verfügung gestellt.

Der vollständige Name des Unternehmens lautete zunächst zunächst „Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik Actiengesellschaft“. Mit Metallwaren war im Gründungsjahr 1889 zunächst Munition gemeint, wenige Jahre später stellte man Geschütze her und kaufte eine Firma, die auf Handfeuerwaffen spezialisiert war.

Im Ersten Weltkrieg war Rheinmetall bereits eines der größten Rüstungsunternehmen des Kaiserreichs, nach dem Versailler Vertrag musste man auf zivile Produktion umstellen. Die Düsseldorfer bauten Loks und Züge, Landmaschinen und Pflüge. Ab 1936 rückten Waffen und Munition wieder in den Mittelpunkt, zunehmend unter Kontrolle des NS-Staates und wesentlich ermöglicht durch Zwangsarbeit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lief es ähnlich wie nach dem Ersten. Zunächst produzierte Rheinmetall zivil (diesmal unter anderem Schreibmaschinen und Aufzüge), ab Mitte der 1950er Jahre dann wieder Waffen, Munition, Teile für Panzer und Geschütze. Wesentlichste Veränderung in den folgenden Jahrzehnten war es, neben Wehrtechnik auch Teile für die Automobilbranche zu produzieren.

Der jüngste Aufstieg
Der Begriff Zeitenwende ist ausreichend strapaziert, aber so wie er die weltpolitische Lage damals beschrieb, so passt er auch zu Rheinmetall.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

Unser Journalismus ist werbefrei und unabhängig, deshalb können wir ihn nicht kostenlos anbieten. Sichern Sie sich unbegrenzten Zugang mit unserem Start-Abo: die ersten sechs Monate für insgesamt 1 Euro. Danach kostet das Abo 10 Euro monatlich. Es ist jederzeit kündbar. Alternativ können Sie unsere Artikel auch einzeln kaufen.

Start-Abo: 6 Monate für 1 Euro

Artikel einzeln kaufen (2 EUR)

Schon Mitglied, Freundin/Freund oder Förderin/Förderer?

Hier einloggen


Lust auf weitere Geschichten?