Alte Familien-Bande
Neulich lud die Brauerei Schumacher in ihren Stammsitz an der Oststraße, für 11 Uhr vormittags. Zu verkünden habe man eine echte Neuigkeit, hieß es. Was am Ende stimmte. Doch davon später.
Draußen und in der Schwemme stehen an diesem Vormittag bereits die ersten Zecher vor mehr oder weniger leeren Gläsern, drinnen wuseln allerlei Menschen, um den gerade beginnenden Tag vorzubereiten. Gebeten wird in den Innenhof, hinten links die Treppe rauf. Dort, das wissen Insider, ist das Gertrudenzimmer. Ein wie aus der Zeit gefallener Raum mit allerlei Schnickschnack vergangener Jahre, an den Wänden Bilder in Öl. Eine kleine Theke steht bereit, falls Gesellschaften unter sich sein, aber nicht auf ein frisch gezapftes Bier verzichten wollen.
Vor 90 Jahren heirateten Thea und Hans Schnitzler
Der Anlass für die Einladung war der 90. Jahrestag der Hochzeit von Thea und Hans Schnitzler, Eigner der Brauerei in den 1950er Jahren. Sie heirateten am 21. April 1936. Der Zahl mag man entnehmen: Das Brautpaar, es ist nicht mehr. Thea starb 1991, ihr Mann bereits 1966. Aber ihr Leben, ihre Arbeit prägen die Brauerei bis heute. Vor allem Thea ist immer noch sehr präsent. Was auch daran liegt, dass die derzeitige Chefin des Betriebs ebenfalls Thea heißt. Sie ist die Enkelin der anderen Thea.
Wer die Brauerei-Szene Düsseldorfs kennt, dem ist vielleicht der gerade erwähnte Nachname aufgefallen: Schnitzler. Da war doch was, oder? Ja, der Name ist in einem der anderen alten Betriebe ebenfalls vorhanden: im Uerige. Dessen Chef, man sagt in dieser Branche Baas, heißt auch Schnitzler, Vorname Michael. Er ist mit beiden Frauen des Namens Thea verwandt – die ältere ist seine Großmutter, die jüngere seine Cousine. Womit klar ist: Schumacher und Uerige sind familiär verbunden, und zwar ziemlich eng.
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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