Was den U-Bahnhof Nordstraße so lange lahmlegt

Die Haltestelle in Pempelfort ist seit fast einem Jahr für Fahrgäste gesperrt. Was als Brandschutz-Sanierung begann, ist zum Großprojekt geworden – wegen Asbest. Und der könnte auch in anderen Bahnhöfen lauern. Ich erkläre wichtige Fragen und Antworten dazu.
Von Gesa Born (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 19. Mai 2026
Baustelle, Sperrung U-Bahnhof Nordstraße, Asbest
Dieser Zaun am U-Bahnhof "Nordstraße" wird voraussichtlich bis 2028 stehen – ein wesentlicher Grund ist Asbest.

Stehende Rolltreppen und Absperrgitter gehören mittlerweile zum gewohnten Bild an der Nordstraße. Seit fast einem Jahr ist dort der U-Bahnhof gesperrt. Anlass ist eine Brandschutz-Sanierung. Eigentlich Routine. Doch schon zu Beginn stellten Gutachter Asbest fest: Staub von einer Beleuchtungsverkleidung, die in den 1990er Jahren zersägt worden war. Er hatte sich auf den Deckenpaneelen abgesetzt.

Diese Asbest-Quelle ist inzwischen beseitigt. Doch bei den folgenden Untersuchungen tauchte der Schadstoff an immer neuen Stellen wieder auf – diesmal fest verbaut in den Bauteilen. Aus der geplanten Sanierung wurde so ein Kraftakt. Und auch in weiteren Düsseldorfer U-Bahnhöfen rechnet die Stadt nun mit Asbest.

Warum dauern die Arbeiten so lange?
Vor jeder Brandschutz-Sanierung wird ein Bahnhof auf Schadstoffe untersucht. Doch die Analysen am U-Bahnhof Nordstraße blieben unauffällig. Der Grund: Asbest wird erst dann freigesetzt, und damit nachweisbar, wenn das Material bewegt wird. „Das ist so ein bisschen wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen“, sagte Alexander Fischer vom Amt für Brücken-, Tunnel- und Stadtbahnbau im Verkehrsausschuss. Mit einer kleinen Materialprobe an der falschen Stelle findet man nichts. So sei es auch an der Nordstraße gewesen: Erst beim Ausbau zeigten sich asbesthaltige Teile, darunter kleine Abstandshalter in der Decke. „Wer konnte das ahnen?“, so Fischer.

Diese Abstandshalter ließen sich nur mit besonderen Verfahren ausbauen. Das ist der Hauptgrund für die Verzögerung. Der Schutz der Arbeiter und der Öffentlichkeit hat Vorrang. Deshalb wurde in so genannten Schwarz-Bereichen gearbeitet: hermetisch abgeschottete Zonen mit Schleusen aus vier Kammern, durch die jede einzelne Person und jedes Materialstück muss.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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