Düsseldorfer war mit dabei: Wie Deutschlands ESC-Song in Marokko entstand
Ich bin ehrlich mit Ihnen. Der Düsseldorfer Einfluss beim diesjährigen Eurovision Song Contest ist gleich Null. Es gibt da eine Teilnehmerin, Senhit heißt sie, die war schon 2011 in Düsseldorf für San Marino dabei und versuchte es dieses Jahr wieder. Beide Male war im Halbfinale Schluss.
Und dann gibt es da noch eine Geschichte, die so zufällig ist, dass ich sie Ihnen heute einfach erzählen muss. Anas Al Qura’an, der Grüne Ex-Bundestags-Kandidat, kannte die Rohfassung des deutschen ESC-Songs „Fire“ lange vor seiner Sängerin Sarah Engels. Er war sogar dabei, als sie entstand. Damals, im Spätherbst 2024 in Marokko.
Die Geschichte dahinter beginnt mit einem politischen Austauschprogramm zwischen Deutschland und den USA. So sollen die damals noch etwas stabileren transatlantischen Beziehungen gestärkt werden. Dort lernen sich Anas Al Qura’an und Jason Ullah, Musikdesign-Student an der Hochschule Trossingen, kennen. „Seitdem sind wir Best Friends“, sagt Al Qura’an.
Da Ullah, mittlerweile zwischen Berlin und seiner Heimatstadt Metzingen pendelnd, und Al Qura’an nicht gerade nah beieinander leben, sehen sich die beiden vor allem auf Reisen. Als es für den seheingeschränkten Al Qura’an wegen der Politik wieder in die USA geht, kommt Ullah als autofahrende Augen mit. Wenn der wiederum musikalisch unterwegs ist, ist immer wieder sein Düsseldorfer Freund dabei.
2024 wollen beide eigentlich gemeinsam nach Jordanien reisen. Doch die Flüge werden wegen des Nahostkonflikts storniert. Stattdessen mietet Ullah mit seinem Musik-Team eine Villa in einem kleinen marokkanischen Dorf. Al Qura’an fährt mit. In Berlin ist gerade die Ampel-Koalition geplatzt. Er will einmal durchschnaufen, bevor der nächste Wahlkampf beginnt. Außerdem helfen seine Arabisch-Kenntnisse, um vor Ort zu übersetzen. Die Runde ist gerade zwei Tage da, als ein Plan gefasst wird. Jason Ullah erinnert sich. „Wir haben gesagt: Lasst uns doch einfach einen ESC-Song schreiben.“
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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