Neues Leben in einer alten Kneipe
Auf den ersten Blick passen Alexander Hommen und Marius Dumitru einfach nicht ins Bild. Die jungen Männer stehen in der Kneipe „Zu den Linden” – und alles um sie herum atmet Geschichte. Die Holzbänke und Schränke wurden vor Jahrzehnten geschreinert, aus den Boxen schallen Schlagerlieder, an den Tischen unterhalten sich Männer mit schneeweißen Haaren darüber, wie sie in den 60er-Jahren Düsseldorfer Tanzlokale unsicher gemacht haben. Hommen und Dumitru waren da noch nicht geboren.
Sie sind Mitte 30, tragen Kapuzenpullis, Turnschuhe, Brillen mit dünnem Goldrand und akkurat gestutzte Bärte. So sehen Betreiber eines Cafés aus, bei dem Hafermilch-Cappuccino auf der Speisekarte steht, aber nicht Wirte einer Traditionskneipe in Eller. Doch der Eindruck täuscht. Die beiden gehören genau hier hin, das merkt jeder, der sich mit ihnen unterhält. Besonders Marius Dumitru hat eine enge Verbindung zur Gaststätte – denn hier begann sein zweites Leben.
Mit 25 wagte er einen Neustart: Er packte seine Koffer, verabschiedete sich von Freunden und Familie und verließ seine Heimat Rumänien. Wenige Wochen später stand Dumitru hinter der Theke in Eller, wo er, umgeben von Fremden, deren Sprache er nicht verstand, als Aushilfe sein erstes Alt zapfte. Heute, gut elf Jahre später, leitet Dumitru gemeinsam mit seinem Lebensgefährten Alexander Hommen das Lokal.
Während der Rumäne in fließendem Deutsch davon erzählt, wie es dazu kam, wandert sein Blick ständig durch den Raum. Kein Besucher soll auf dem Trockenen sitzen. Passiert es doch, bekommt der Wirt schnell einen Spruch gedrückt, der augenzwinkernd seine Arbeitsmoral anzweifelt. Deswegen geht er auf Nummer sicher und serviert neues Bier, obwohl das Glas erst halbleer ist. Dabei muss er sich jedes Mal an seinen Gästen vorbei quetschen, viel Platz bietet „Zu den Linden” nicht.
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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