Flingern brennt rot-weiß – Fortunas Heimkehr ins Paul-Janes-Stadion

Erstmals nach 18 Jahren spielte der Drittligist wieder am Flinger Broich. Über einen Abend zwischen Erinnerungen, Euphorie und Pyrotechnik.
Von Marc Latsch (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 24. September 2026
Fortuna Düsseldorf im Paul-Janes-Stadion am Flinger Broich Foto: Andreas Endermann
6000 Fans waren beim Pokalspiel dabei. Damit war das Paul-Janes-Stadion ausverkauft.

Hinter dem Tor stehen die, die sich am intensivsten auf diesen Tag vorbereitet haben. Unter ihnen hängt ein riesiges Banner, das aussieht, als seien seine Buchstaben aus einer übergroßen Zeitung ausgeschnitten worden. „Fortuna spielt groß auf, wir müssen nach Haus“, steht darauf. Darüber beginnt pünktlich zum Einlaufen der Mannschaften die Pyrotechnik-Show. Der gesamte Block ist in rotes Licht getaucht. Überall knallt es, blinkt es, zischt es. Die Fortuna ist zurück in Flingern.

Es ist ziemlich genau 96 Jahre her, dass an diesem Ort erstmals ein Fußballspiel stattfand. Am 28. September 1930 war der SSV Oberkassel zu Gast in Fortuna Düsseldorfs neuer Heimspielstätte. Bis 1972 spielten die Fortunen regelmäßig in Flingern, danach vor allem anlässlich Bauarbeiten im Rheinstadion oder sportlichen Abstürzen in die Oberliga. Den letzten Ausflug der ersten Mannschaft gab es im August 2008: ein 4:0 im Niederrheinpokal gegen die TGD Essen-West.

An diesem Mittwochabend kehrt der Verein ins nach dem ehemaligen deutschen Rekordnationalspieler benannten Paul-Janes-Stadion zurück. Wieder geht es um das Weiterkommen im Verbandspokal. Rund 6000 Menschen sind dabei, mehr passen nach diversen Veränderungen nicht mehr rein. 1950 gegen Schalke 04 waren es mal 36.000, das ist bis heute der Stadionrekord.

Die Rückkehr war eigentlich gar nicht vorgesehen. Das angesetzte Spiel hätte in Oberhausen stattfinden sollen. Doch Gastgeber Schwarz-Weiß Alstaden, Tabellensiebter der Bezirksliga Gruppe 5, hatte auf sein Heimrecht zugunsten Düsseldorfs und der lockenden Zuschauereinnahmen verzichtet. Sportlich ist die Sache schnell entschieden. Nach knapp zwei Minuten trifft Fortuna zum 1:0, nach rund vier zum 2:0. Das reicht, um auf den Rängen einen euphorisierten Wechselgesang zu entfachen. „Wer wird Deutscher Meister? Fortuna!“

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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