Ein Spaziergang im Düsseldorfer Hochgebirge

Am Gipfel treffen Klischees auf Zäune. Eindrücke aus der Umgebung des Sand- und des Schmidtbergs.
Von Marc Latsch (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 12. März 2026
Sandberg Düsseldorf
Hier führt der Weg nach oben entlang.

Kurz vor der Stadtgrenze nach Mettmann, zu beiden Seiten der B7, liegen die höchsten Punkte der Stadt. Im Süden der Schmidtberg, im Norden auf 164,7 Metern Höhe der Sandberg.

Das Hubbelrather Hochland ist ganz schön weit draußen, je nach Verkehrslage dauert es mit dem Auto schnell eine halbe Stunde aus der Innenstadt. Und doch sind die Düsseldorf-Klischees ganz nah. Wer hier spazieren gehen will, schlängelt sich an zwei Golfanlagen, diversen Reiterhöfen und einem Luxus-Bio-Wellnesshotel vorbei. Die Oberstadt ist kein Ort für Kleinbürger.

Der höchste Punkt einer Stadt hat in der Regel eine quasi-magische Anziehungskraft: einmal raus aus den Häuserschluchten, hoch über die Dächer. Zumeist sind es freie Gelände, nicht immer schön, aber doch naturnah. Sie laden zum Spazieren, Sitzen, im Idealfall zum Weitblicken ein. Ein kostenloser Ausflug, gleich vor der Haustür. An Sand- und Schmidtberg ist das ein wenig anders. Sie sind fast vollständig durchkapitalisiert.

Das Problem beginnt schon beim Parkplatz. Wer seinen Wagen auf Düsseldorfer Seite abstellen will, sollte Golfspieler:in sein. Auf Mettmanner Seite reicht zumindest das vorgetäuschte Interesse am Pflanzenkauf. Gleich hinter dem Blumenparadies liegt das Landgut Höhne mit seinen grünbewachsenen Steinmauern. Aus einem Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert ist dort ein Bio-Wellness- und Tagungshotel entstanden. Das Wochenende für zwei Personen gibt es aktuell ab rund 800 Euro, Thermennutzung und Essen inklusive.

Im Hinterhof spielen zwei Männer auf einem winterfesten Außenplatz Tennis, ein Fußweg führt an Parkplätzen vorbei zu einem kleinen Waldweg. Zu dessen Linken ist bereits der erste Außenposten einer großen Golfanlage zu sehen. Die einzigen Wege, die von hier weiter durchs Sumpfland führen, sind Teil des dazugehörigen Privatgeländes. „Betreten verboten“ steht dort – auf Deutsch, Englisch und Arabisch.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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