Düsseldorfs Ehrenmänner

32 Menschen sind seit 1856 zu Ehrenbürgern ernannt worden, 27 von ihnen wird noch heute gedacht. Über eine Liste, ihre Probleme und was sie über den Charakter der Stadt aussagt.
Von Marc Latsch (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 1. April 2026
Denkmal Ehrenbürger Peter von Cornelius im Hofgarten Düsseldorf
Bisweilen bekommen Ehrenbürger in Düsseldorf sogar ein Denkmal: An Peter von Cornelius wird im Hofgarten in der Nähe des Kö-Bogens erinnert.

Albrecht Woeste wirkt nicht wie ein einsamer Mann. Ob bei Henkel, als Präsident der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf oder in seinen Rollen bei Fortuna Düsseldorf und im Pferdesport – Woeste war immer viel unter Menschen. Noch im November wurde er anlässlich seines 90. Geburtstags von Oberbürgermeister Stephan Keller empfangen. Unter dem gemeinsamen Foto wurden die Ehrenämter aufgelistet, die der Jubilar noch immer ausübt. In einem Punkt ist Woeste allerdings völlig allein: Er ist der einzige Ehrenbürger der Stadt Düsseldorf.

32 Menschen sind in den vergangenen 170 Jahren zu Düsseldorfer Ehrenbürgern ernannt worden. Es sind ausschließlich Männer. Alle 31 übrigen außer Albrechte Woeste leben heute nicht mehr, die verliehene Ehre erlischt automatisch mit dem Tod. Da bei manchen der Tod als Distanz zur Ehre nicht ausreichte, führt die Stadt heute nur noch 26 Männer als ehemalige Ehrenbürger.

Die höchste Auszeichnung der Stadt Düsseldorf zu erhalten, hat in der Theorie etwas mit einem herausragenden Lebenswerk zu tun. „Die Gemeinde kann Persönlichkeiten, die sich um sie besonders verdient gemacht haben, das Ehrenbürgerrecht verleihen“, heißt es dazu in der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalens. In der Praxis kommen Zeitgeist, Opportunismus, Launen und das richtige Geschlecht hinzu. Im Endeffekt ist es eine Deutungsfrage, bei der sich zwei Drittel des Stadtrats einig werden müssen. Eine Reise durch die Geschichte zeigt, wie unterschiedlich dabei die Maßstäbe waren.

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