Dieser Mann schrieb das Drehbuch für den Film “Extrawurst“

Dietmar Jacobs ist zurzeit der erfolgreichste Autor für Kabarett und Komödien. Er ist beteiligt an den Erfolgsstücken im Düsseldorfer Kommödchen, jetzt schrieb er für den Kinofilm mit Hape Kerkeling. Porträt eines großen Unbekannten.
Veröffentlicht am 2. März 2026
Dietmar Jacobs

Foto: Horst Galuschka
Dietmar Jacobs hat "Extrawurst" zunächst auf die Theaterbühne und nun ins Kino gebracht. Foto: Horst Galuschka

Dass es ihn gibt, weiß ich seit Jahren. Immer wieder las ich seinen Namen. Wenn es um die „heute-show“ ging oder die „Mitternachtsspitzen“. Bei Christian Ehrings „extra3“ und bei „Stromberg“, in „Mord mit Aussicht“ und bei anderen TV- oder Bühnenstücken. Er tauchte überall auf – der Name, nicht der Mann: Dietmar Jacobs.

Im Kommödchen sind ihm Publikumslieblinge wie „Crash“, „Bulli“, „Don’t look back“ oder ganz aktuell „Nö. Eine Entgleisung“ gelungen. Im Laufe der Zeit war er maßgeblich beteiligt an allen Produktionen auf der Altstadt-Bühne und damit am Erfolg nach einer Durststrecke Anfang der 1990er, letztlich an der Rettung des Theaters.

Ich habe alle Stücke gesehen und schaue „extra3“ so oft es geht. Und immer wieder stelle ich mir eine Frage: Wer ist dieser Dietmar Jacobs? Wie sieht er aus, wie spricht er, ist er eine Rampensau und schmeiß ich mich weg vor Lachen, wenn ich mit ihm rede? Irgendwann fällt mir ein Begriff für eine solche Person ein, von deren Existenz man weiß, aber sie nie sieht: Phantom. Das der Oper von Gaston Leroux habe ich – lange her – mal fasziniert gelesen (mir aber das Musical erspart). Aber Herrn Jacobs? Ich kenne ihn, aber eigentlich doch nicht. Ich weiß noch nicht mal, wie er aussieht. Durch das, was er schreibt, mache ich mir ein Bild. Und das ist nur teilweise richtig, wie ich feststelle, als ich ihn treffe.

Vor mir steht ein eher unscheinbarer Mann, den ich auf Mitte, Ende 50 schätze. Gut vermutet – er ist 59. Graues, dichtes Haar, lässig gekleidet, aber offenbar ohne irgendwelche Ambitionen auf einen besonderen Stil. Ein offenes Gesicht, ernst. Auffallen würde er nirgends. Wir sprechen miteinander. Seine Stimme ist ruhig, nicht laut, seine Augen sind lebhaft, wachsam, ich fühle mich gescannt. Tief drin meine ich den Schalk zu sehen. Ihm geht es wie mir: Er weiß, wer ich bin, was ich mache, aber mehr nicht.

Einer, der ihn kennt, beschreibt Dietmar Jacobs als Feingeist und Knallkopp. Für seine Produktionen spuckt er Gags und Witze am laufenden Band aus, regelrechte Brüller, aber im echten Leben wirkt er introvertiert. Lachen? Nein, keinmal während des Gesprächs. Später, als wir über diesen Eindruck reden, wird er sagen „Ein Schreiner ist auch nicht immer ein Schreiner, er spricht auch über andere Dinge.“  

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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