Der eingekaufte Hype: Welche Fan Zhendong in Düsseldorf für Tischtennis-Euphorie sorgt

Borussias Neuverpflichtung ist nicht nur einer der besten Spieler aller Zeiten, sondern auch die größte Sport-Ikone Chinas. Einen Teil des Trubels, vor dem er floh, bringt er nun mit an den Rhein.
Veröffentlicht am 21. August 2026
Fan Zhendong spielt jetzt für Borussia Düsseldorf
Wenn Fan Zhendong in der Tischtennis-Bundesliga spielt, dann sind jede Menge Fans aus seinem Heimatland mit dabei. Foto: Imago

Das erste Heimspiel einer neuen Bundesliga-Saison ist für einen 34-fachen Meister wie Borussia Düsseldorf eigentlich pure Routine. Doch dieses Mal ist alles anders: Mitsubishi Electric Halle statt Staufenplatz, mehr als 3000 Zuschauer:innen. Mit dem Gegner aus Bad Königshofen hat das nichts zu tun. Nicht einmal wirklich mit Borussia. Es liegt an einem Mann. Fan Zhendong, Weltmeister, Olympiasieger, langjährige Nummer Eins der Welt. Chinas Superstar ist seit dieser Saison Borusse.

Borussia-Geschäftsführer Alexander Schilling erinnert sich noch gut an den Tag im März, an dem der Verein den größten Transfer seiner Geschichte verkündete. „Das war wirklich unglaublich. Wir waren die Top-Meldung in China.“ Allein dort hatte die Nachricht mehr als 115 Millionen Social-Media-Aufrufe. Für einen Moment konnte nicht einmal Staatspräsident Xi Jinping mithalten. Auch in Deutschland berichteten unzählige Medien. So viel Aufmerksamkeit hatte selbst Timo Boll dem Verein noch nicht beschert.

Der Beste aller Zeiten
Um die Bedeutung eines 29-Jährigen zu verstehen, der außerhalb Chinas nur wirklichen Sportfans etwas sagt, reicht schon ein Blick auf die Gründe, warum er heute in Düsseldorf ist. Tischtennis ist in China ein Nationalsport, der die Massen begeistert. Und Fan Zhendong ist in dieser Riege so etwas wie der Messi. Jemand, von dem man sagt, er könnte der Beste aller Zeiten sein. Druck und Star-Kult sind dort so immens, dass das Idol es irgendwann nicht mehr aushält. Er geht nach Deutschland, um ein halbwegs normales Leben führen zu können. Und bringt einen Teil des Wahnsinns um ihn mit.

Seit die Düsseldorfer ihren neuen Spieler verkündet haben, explodieren ihre Ticket- und Fanartikelverkäufe. Für den Heimauftakt gegen Bad Königshofen hatten sie zuletzt schon dreimal so viele Karten abgesetzt, wie sonst Menschen überhaupt in ihre Heimspielhalle passen würden. Weitere Umzüge, wie ins Castello, sind fest eingeplant. „Wir gehen davon aus, dass die Hälfte der Zuschauer Chinesen sein werden, die für eine besondere Stimmung sorgen“, sagt Schilling. Dort will der Verein nun extra einen Shop eröffnen, arbeitet mit einem Reiseveranstalter zusammen, der Fans aus Zhendongs Heimat nach Düsseldorf bringen soll. Es ist ein Wechsel, der nicht nur sportlich hilft.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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