Akshay: Düsseldorfs Deutschland-Erklärer aus Indien
In einem seiner jüngsten Videos steht Akshay vor der Düsseldorfer Arena. Hinter ihm sind Menschen in Schal und Trikot zu sehen. Der Clip besteht aus drei kurzen Einstellungen. In jeder davon sagt er auf Englisch ein, zwei Sätze. „Fortuna ist das einzige Team, bei dem fast ein Tor zu schießen, als Höhepunkt gilt.“ „Fortuna verliert keine Spiele. Sie finden neue, kreative Wege, nicht zu gewinnen.“ „Fortuna-Fans freuen sich nicht über Tore. Sie freuen sich darüber, bis zur Halbzeit zu überleben.“ Rund 200.000 Menschen haben das Video zehn Tage nach Veröffentlichung gesehen. In den Kommentaren freuen sich Fortunen darüber. Andere kommentieren, wo Akshay als nächstes hinkommen soll.
Dass der 31-Jährige als Comedian in Deutschland bekannt wurde, hat mit einem persönlichen Unglück zu tun. Im März 2022 war er zum Arbeiten nach Düsseldorf gekommen und hatte irgendwann parallel mit der Comedy begonnen. Knapp drei Jahre nach seiner Ankunft wurde er aus seinem Job im digitalen Marketing gefeuert. Das Video, das er darüber drehte, ging viral. „Wer kümmert sich wirklich um mein Rumweinen“, habe er zunächst gedacht. „Dann habe ich gemerkt, viele Menschen können sich damit identifizieren.“ Seine scharfen, spöttischen Witze – „Roasts“ genannt – machen ihn bekannt. Heute folgen Akshay allein bei Instagram knapp 40.000 Menschen.
Besonders erfolgreich sind seitdem die Videos, die sich mit deutschen Unternehmen oder Städten auseinandersetzen. 53 Städte, ein paar davon im Ausland, hat Akshay bereits auf diese Art geroastet. Wie beim Fortuna-Video steht er dabei an verschiedenen Stellen der Städte und filmt sich selbst, wie er kurze Witze über die Eigenarten der Orte in die Kamera spricht. Eine Journalistin hat ihn mal einen „Infotainment-Influencer“ genannt. Es geht ihm nicht nur um die Pointe, sondern auch darum, seinen Zuschauer:innen ein Gefühl für die Städte zu vermitteln. „Es fühlt sich schön an, wenn ich Menschen zu einem Besuch dort inspiriere.“
Wer Akshay googelt, findet viele, teils skurrile Lokalzeitungsartikel aus den Städten, über die er sich lustig gemacht hat. Meist geht es darin nur um die Online-Reaktionen darauf. Manchmal wird die Diskussion darum dann doch überraschend ernst geführt. In Osnabrück mokierte sich ein Journalist über den Like des SPD-Oberbürgermeisterkandidaten für Akshays Video und ergänzte das mit einem Kommentar, der in wilden Indien-Stereotypen endete.
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