Rechtsextremer spricht im Heine-Institut über Kulturpolitik

Matthias Helferich ist in der AfD rechts außen beheimatet. Ende Oktober will er für einen „Spaziergang über die Kulturmeile“ und einen Vortrag nach Düsseldorf kommen. Seine Ziele: Provokation und Normalisierung.
Veröffentlicht am 9. Oktober 2026
Matthias Helferich AfD
Matthias Helferich spaltet seine Partei. Die Lagerbildung spielt bei der Einladung nach Düsseldorf eine wesentliche Rolle. Foto: Imago

Der Düsseldorfer Kreisverband der AfD hat am 26. Oktober einen Gast und zwei Termine. Laut Ankündigung der Partei wird der Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich am Nachmittag einen „Rundgang über die Düsseldorfer Kulturmeile“ machen. Startpunkt soll das Goethe-Museum sein. Am Abend wird der Dortmunder im Heinrich-Heine-Institut sprechen: über „Kulturpolitik von rechts“.

Die Düsseldorfer AfD hat sich in der jüngeren Vergangenheit wiederholt durch umstrittene Besucher mit Aufmerksamkeit versorgt. Bekanntestes Beispiel war der Thüringer Landesvorsitzende Björn Höcke (den Bericht meines Kollegen Marc Latsch dazu finden Sie hier). Das Gastspiel von Matthias Helferich bedeutet insofern eine neue Dimension, als der Veranstaltungsort den Namen Heinrich Heines trägt.

Die Hintergründe der Pläne erläutere ich in den folgenden Fragen und Antworten:

Wer ist Matthias Helferich?
Der 37-Jährige ist Rechtsanwalt und war in seinen politischen Anfangstagen in der Schüler-Union und der CDU, bevor er vor zehn Jahren zur AfD wechselte. 2021 zog er für sie in den Bundestag ein und verursachte kurz darauf eine Debatte in der Fraktion. Er verließ diese und war damit fraktionsloses Mitglied des Bundestags. Versuche, ein Gastmandat zu erhalten oder wieder aufgenommen zu werden, scheiterten.

Ursächlich für die Entwicklung waren verschiedene inhaltliche Vorwürfe. Matthias Helferich soll wiederholt durch antisemitische, homophobe und rassistische Äußerungen aufgefallen sein. In diesem Zusammenhang wurden private Chatnachrichten öffentlich, in denen sich der Dortmunder als das „freundliche Gesicht des Nationalsozialismus“ bezeichnete.

Nach der Bundestagswahl und seinem Wiedereinzug ins Parlament wurde Matthias Helferich im vergangenen Jahr Mitglied der Fraktion. Dies war auch ein Zeichen im internen Machtkampf zwischen den Vorsitzenden Alice Weidel und Timo Chrupalla. Weidel sicherte ihre Position wesentlich durch radikale Kräfte in Partei und Fraktion.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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