Junge Extremisten – wie sich rechte Ideologie an Düsseldorfer Schulen verbreitet

Für eine Szene von AfD bis völkischen Influencer:innen sind Jugendliche immer mehr zur Kern-Zielgruppe geworden. Doch was ist anekdotische Evidenz und was Fakt? Eine Spurensuche.
Von Marc Latsch (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 16. Juni 2026
Rechtsextremismus an SchulenFoto: Andreas Endermann
Laut einer Umfrage bezeichnen fast 80 Prozent der 15-Jährigen die AfD als sichtbarste politische Kraft in ihrem Internet-Feed.

Es gibt da eine Parallelwelt. In ihr kümmert sich die AfD als einzige Partei noch um deine Interessen, sind rechtsextreme Influencer:innen die starken Vorbilder, mit denen du gegen deine Eltern rebellieren kannst, und ist die völkische Kameradschaft von nebenan die Gruppe, in der du dich endlich aufgehoben fühlst. Du siehst das im Internet, dort wo du eh deine Zeit verbringst. Bei TikTok, Snapchat oder Youtube. Und irgendwann übernimmst du deren Ideologie als deine eigene. Die digitale Parallelwelt wird zu deinem analogen Leben.

So oder so ähnlich funktionieren aktuell überall in Deutschland jugendliche Radikalisierungsprozesse. Die Folgen sind unter anderem in einer großen Recherche der ZEIT dokumentiert, die im Februar dieses Jahres erschienen ist. Mehrere der dort aufgeführten Fälle haben sich in „westdeutschen Großstädten“ abgespielt. Ein Lehrer berichtet von riesigen rechtsextremen Schmierereien, ein anderer von Schülern, die den Hitlergruß zeigen.

Es sind Fälle, wie es sie auch in Düsseldorf geben dürfte. Nur dass konkret ungern darüber gesprochen wird. Zu unappetitlich ist das Thema, zu groß die Angst betroffener Schulen und anderer Einrichtungen vor dem Rufschaden. Auch dieser Text liefert weder den konkreten krassen Einzelfall noch die umfassende Statistik. Er ist vielmehr eine Annäherung voller Einzelspuren, die ein beunruhigendes Gesamtbild ergeben.

Die Geschichte dieses Textes beginnt im vergangenen Jahr mit zwei voneinander unabhängigen Gesprächen. Das eine führe ich mit dem Vater einer Schülerin. Es geht um das Hörensagen und die ihm geschilderten extrem guten AfD-Ergebnisse bei der U18-Bundestagswahl an einer Düsseldorfer Schule. Konkret wird er jedoch nicht. Das andere führe ich mit Ulla Bundrock-Muhs. Es geht um den Stadtteil Rath und eine dortige AfD-Hochburg. Was sie mir darüber hinaus erzählt, ist für meine damalige Recherche nur ein Nebenaspekt, der mir dennoch im Kopf bleibt.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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