Der neue Rat (3): Die Linke pendelt zwischen koalitionsfähig und populistisch

In einer Serie analysiere ich die politische Lage im ersten Jahr nach der Kommunalwahl. Das Opern-Aus und die Haushalts-Krise helfen der Linken in ihrem Programm, die sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten machen sie schwer berechenbar.
Veröffentlicht am 13. August 2026
Fraktion Die Linke im Rathaus Düsseldorf
Zwei Generationen der Linken-Fraktion im Düsseldorfer Stadtrat (von links): Thomas Eberhardt-Köster und Sigrid Lehmann, Julia Marmulla und Chris Demmer.

Der Hype hielt noch. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 feierte Die Linke auch in Düsseldorf ein Comeback. Sieben Monate später führte das bei der Abstimmung für den Stadtrat dazu, dass die Fraktion zwei Sitze hinzugewann. Während man ein Jahr zuvor noch fürchtete, den Fraktionsstatus zu verlieren, war man nun plötzlich stärker als die FDP.

Personell hat Die Linke zugleich einen Wandel vollzogen. Aus der vorherigen Stadtratsfraktion sind noch zwei Mitglieder übrig, vier sind erstmals im höchsten Gremium der Stadt vertreten. Wer die vertrauten und neuen Persönlichkeiten sind, für welche Politik sie stehen und was sie im ersten Jahr des neuen Rates getan haben, analysiere ich in einer Serie. Darin geht es zunächst um die Fraktionen der Opposition (der Größe nach), in den letzten beiden Folgen betrachte ich dann CDU und Grüne, die im Rat die Mehrheit bilden.

Prägende Persönlichkeiten
In der Bundespolitik sind aktuell Linke zu hören, die für eine Zusammenarbeit mit der Union in Sachsen-Anhalt plädieren – etwa Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow. Wäre die Düsseldorfer Fraktionsvorsitzende Sigrid Lehmann in der Bundespolitik, könnte man sich ähnliche Aussagen von ihr vorstellen.

Die Physiotherapeutin ist im Laufe der vorherigen Legislaturperiode in den Rat eingezogen, hat dort Erfahrungen gesammelt und nun die Spitze der Fraktion übernommen. Die neue Aufgabe erfüllt sie souverän. Sigrid Lehmann ist eine gute Rednerin und ehrlich engagiert in ihren Themen (Schwerpunkt: Umweltpolitik). Dabei ist sie unzweifelhaft links, agiert zugleich aber persönlich wie inhaltlich anschlussfähig. Sie argumentiert rational und rührt nicht kubikmeterweise Beton an die Positionen.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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