Warum der nächste IHK-Präsident kein alter weißer Mann sein sollte

Bei der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf läuft die Amtszeit von Andreas Schmitz, des Mannes an der Spitze, ab. Die Vorbereitungen für die Neuwahl haben begonnen. Bisher war der Job stets Männersache. Das muss sich ändern, finde ich.
Veröffentlicht am 4. September 2026
IHK Präsidenten, Düsseldorf, oben v.l. Franz Schimmelbusch, Gustav Bloem, Carl Rudolf Poensgen, Ernst Schneider; unten v.l. Rolf Schwarz-Schütte, Albrecht Woeste, Hermann Franzen, Ulrich Lehner Fotos: IHK Düsseldorf / Montage: Andreas Endermann
Acht der früheren IHK-Präsidenten: Franz Schimmelbusch, Gustav Bloem, Carl Rudolf Poensgen, Ernst Schneider (obere Reihe von links), Rolf Schwarz-Schütte, Albrecht Woeste, Hermann Franzen und Ulrich Lehner (untere Reihe von links). Bilder: IHK/Montage: Andreas Endermann

Wer die IHK am Ernst-Schneider-Platz (benannt nach ihrem ersten Präsidenten der Nachkriegszeit) besuchte, der konnte sie nicht übersehen: eine Reihe von Gemälden, selbst intern ein bisschen despektierlich Ahnen-Galerie genannt, mit den Köpfen der Männer, die früher an der Spitze standen. Sie hingen dort an der Wand, schauten ernst drein und waren sich ihrer Bedeutung und der der IHK offenbar wohl bewusst. Nun sind sie weg. Wegen Umgestaltung des Foyers, heißt es. Vielleicht im Keller? Wenn ja – lasst sie da, denn ihre Zeit ist vorbei.

Der Grund für meine Empfehlung: Sie stehen für eine Gedankenwelt, von der sich das Konstrukt namens IHK dringend verabschieden sollte. Nicht, weil damals alles schlecht war. Sondern weil sie schlicht vorbei ist.

Allein dieses „zu“ – Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf. So lautet die offizielle Bezeichnung. Auf das „zu“ scheint man Wert zu legen. Das hat vermutlich etwas mit Tradition zu tun und soll gediegene Solidität signalisieren. Ein „nice-to-have“, wohlwollend selbst von jüngeren Menschen zur Kenntnis genommen. Aber leider auch Symbol veralteter Ansichten.

Will die IHK in kommenden Zeiten ernstgenommen werden, muss sie nach außen kommunizieren, dass man intern verstanden hat, wie sich die Anforderungen verändert haben. Und dass auch eine Quasi-Behörde das einsieht und umsetzt. Womit wir bei der IHK-Definition wären: Sie ist eine öffentlich-rechtliche Selbstverwaltungskörperschaft der Wirtschaft und damit weder Behörde noch privater Verband. Sie vertritt die Interessen der Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung, organisiert Aus- und Weiterbildung, nimmt Prüfungen ab, berät Firmen, kommentiert Gesetze oder öffentliche Projekte und soll die regionale Wirtschaft fördern.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

Unser Journalismus ist werbefrei und unabhängig, deshalb können wir ihn nicht kostenlos anbieten. Sichern Sie sich unbegrenzten Zugang mit unserem Start-Abo: die ersten sechs Monate für insgesamt 1 Euro. Danach kostet das Abo 10 Euro monatlich. Es ist jederzeit kündbar. Alternativ können Sie unsere Artikel auch einzeln kaufen.

Start-Abo: 6 Monate für 1 Euro

Artikel einzeln kaufen (2 EUR)

Schon Mitglied, Freundin/Freund oder Förderin/Förderer?

Hier einloggen


Lust auf weitere Geschichten?