Legt den Alten Hafen trocken – oder macht ihn zum Schwimmbad

Die historischen Mauerreste der Becken wurden in den 1980er Jahren entdeckt. Sie zu einem Platz für Begegnungen zu machen, ging schief. Der Zustand heute: Das Wasser ist eine trübe Brühe, auf der verfallene Entenhäuschen und Müll dümpeln. Ein Architekt schlägt vor, dort ein Schwimmbad zu bauen.
Von Hans Onkelbach (Text)
und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 19. Januar 2026
Altes Hafenbecken Altstadt

Foto: Andreas Endermann
Selbst vom Schnee bepudert ist der Alte Hafen nicht schön.

Egal, von welcher Seite man sich diesem Teil Düsseldorfs namens „Alter Hafen“ nähert – schön ist anders. Durch die erhaltenen Ziegelmauern bekommt man einen Eindruck, wie es einst aussah, als das alles noch mit dem Strom verbunden war. Um die Historie zu betonen, verankerte man in den 1980er Jahren einen vermeintlichen Aalschokker im großen Becken. Dort lag er bis 2024, dann musste das völlig verrottete Ding geborgen und entsorgt werden. Erst da erfuhren die meisten Menschen, wie wenig antik dieses Boot tatsächlich war. Seine Havarie steht sinnbildlich für das komplette Ensemble und dessen Niedergang.

Die komplette Umrandung, teilweise in Stufen angelegt, ist ungepflegt und schreckt ab. Möwen und Tauben hinterlassen, was bei ihnen achtern herauskommt. Müll, Zigarettenkippen auf dem Boden und im Wasser dümpelnd. Der Abfall dort bleibt auf Dauer, weil es keine Verbindung zum Rhein gibt. Ein stehendes Gewässer – man ahnt, was da passiert: Eine brackige Brühe schwappt gegen die Mauern. „Enten füttern verboten“, sagt ein Schild an einem Geländer. Kann sein, dass es im Sommer welche gibt. Jetzt ist kein Tier zu sehen. Auf der Oberfläche verankerte Häuschen für das Federvieh verfallen und würden garantiert keinen Schutz mehr bieten.

Wie konnte es so weit kommen?

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

Unser Journalismus ist werbefrei und unabhängig, deshalb können wir ihn nicht kostenlos anbieten. Sichern Sie sich unbegrenzten Zugang mit unserem Start-Abo: die ersten sechs Monate für insgesamt 1 Euro. Danach kostet das Abo 10 Euro monatlich. Es ist jederzeit kündbar. Alternativ können Sie unsere Artikel auch einzeln kaufen.

Start-Abo: 6 Monate für 1 Euro

Artikel einzeln kaufen (2 EUR)

Schon Mitglied, Freundin/Freund oder Förderin/Förderer?

Hier einloggen


Lust auf weitere Geschichten?