Ortsumgehung Oberbilk – Eine verpasste Chance

Seit Anfang der 2000er Jahre wird über eine große Straße diskutiert, um den Stadtteil zu entlasten. Nun wird sie tatsächlich auf den Weg gebracht. Städte wie Utrecht und Wuppertal zeigen hingegen, was man mit solchen Flächen heute anderes machen kann.
Veröffentlicht am 18. Februar 2026
Die Nordbahntrasse, ein Radweg, Gehweg, auf einer ehemaligen, 22 KM langen Eisenbahntrasse, entlang der West-Ost-Achse v
Über die Nordbahntrasse kommen Spazierende und Radfahrende quer durch Wuppertal und auch an alten Bahnhöfen vorbei. Foto: Imago

Selbst wer nicht nach Oberbilk möchte, kommt an dem Stadtteil kaum vorbei. Die Wege nach Eller, Flingern, Friedrichstadt, Bilk oder Lierenfeld führen stets durch Oberbilk: über die Kruppstraße und den so genannten Lastring, über die Eller- und die Kölner Straße oder die Oberbilker Allee. In Zukunft soll es eine Alternative geben. Die Stadt plant eine neue Straße zwischen Karl-Geusen- und Werdener Straße. Für nicht so Ortskundige und ganz grob: Diese Ortsumgehung Oberbilk würde zwischen Amts- und Landgericht und der Nachbarschaft der Mitsubishi Electric Halle verlaufen.

Die Idee kam vor dem ersten iPhone auf den Markt. Den Grundsatzbeschluss fasste der Düsseldorfer Stadtrat im Juni 2001. Nun kurz vor dem Silberjubiläum tauchte der Plan wieder auf: erst im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen, dann in den zuständigen Fachausschüssen des Stadtrats. Die Ortsumgehung scheint tatsächlich zu kommen, auch ein ergänzender Abschnitt in Richtung Kölner Straße steht im Februar auf den Tagesordnungen politischer Gremien.

Die vorgesehene Strecke liegt direkt neben Gleisen der Deutschen Bahn – und auf Flächen, die auch mal für den Zugverkehr reserviert waren, inzwischen aber „entwidmet“ wurden. Ein Aspekt hat sich seit 2001 verändert. Während damals zwei Auto-Fahrspuren für jede Richtung selbstverständlich erschienen, möchte man nun mehr im Sinne einer Verkehrswende bauen. Bäume in der Straßenmitte, Büsche an den Rampen sowie Rad- und Fußwege sind inzwischen Teil des Plans, der nun in den Details ausgearbeitet werden muss. Die Stadt möchte das Ganze auch nicht mehr Ortsumgehung, sondern Planstraße nennen.

Trotz dieser Veränderungen ist das Vorhaben nach meiner Ansicht eine verpasste Chance. Ich veranschauliche das mit zwei Beispielen:

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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