Das neue Schwarz-Grün: Not als Beziehungstherapie
Die Mitteilung klingt, als käme sie aus der Opposition, von dort stammt sie aber nicht. „Wie es den Fraktions- und Parteisprechenden vor dem finanziellen Hintergrund nicht gelingen konnte, einen besseren Koalitionsvertrag ohne einen Opernneubau zu verhandeln, bleibt für uns ein Rätsel. Dass der Oberbürgermeister jetzt selbst sein Prestigeprojekt zurücknimmt, spricht Bände“, schrieb die Grüne Jugend nach dem Düsseldorfer Opern-Aus. Es war der erste laute Miss-Ton, der seit langem im hiesigen Bündnis zu vernehmen war. Und er richtete sich gegen zwei, die sich dadurch inzwischen eher gemeinsam kritisiert fühlen, als sich auseinanderdividieren zu lassen.
Vor einem Jahr war das noch anders. Da fanden CDU und Grüne hinter den Kulissen in kaum einem Thema noch zu Einigungen. In den politischen Gremien verwendeten sie wesentliche Teile ihre Redezeit, um den jeweils anderen verbal zu attackieren. Und immer wieder gerne strafte man den Partner, indem man mit anderen Fraktionen eine Mehrheit bildete.
Vieles sprach daher für Trennung nach der Kommunalwahl. Doch aus einer Kooperation wurde dann sogar eine Koalition, aus der kriselnden Lebenspartnerschaft eine funktionierende Ehe – offenbar mit eingebauter Beziehungstherapie.
In der folgenden Analyse untersuche ich, was das über die Haltbarkeit dieser Koalition aussagt und was dabei die wesentlichen Faktoren sind:
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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