Gegen die Skepsis: Startup bezahlt Anteil von Wärmepumpe

Das Düsseldorfer Unternehmen Vaestro hat ein besonderes Geschäftsmodell: Es bietet Vermietern an, sich an den Kosten für eine Wärmepumpe zu beteiligen. Im Gegenzug darf es 15 Jahre lang den Strom dafür liefern – mit klarem Preisdeckel.
Veröffentlicht am 17. Juni 2026
Wärmepumpen Fa. Vaestro, Nils Bartig und Henri Voigt (v.l.)Foto: Andreas Endermann
Gründer Nils Bartig und Henri Voigt vor einer Wärmepumpe. Vaestro sitzt im Düsseldorfer Medienhafen.

Die Rangliste hat einen klaren Spitzenreiter, den viele gar nicht spitze finden. Nach einer städtischen Erhebung werden 92 Prozent der Düsseldorfer Heizungen mit fossilen Energieträgern betrieben. Dabei liegt Gas noch einmal deutlich vor Öl. Um das zu ändern, hat der Bund die Städte verpflichtet, einen Kommunalen Wärmeplan aufzustellen. Darin stehen Schritte, um bis 2045 die so genannte Wärmewende herbeizuführen.

Diese staatlichen Vorgaben wirken mindestens zaghaft in die Wirtschaft. So gründeten Nils Bartig und Henri Voigt 2025 in Düsseldorf ein Unternehmen namens Vaestro, das eine Lücke im Markt ausgemacht hat: Die Energiewende passt bisher vor allem zu Einfamilienhäusern und Neubauten. Die Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer entscheiden für sich, ob sie sich eine Solaranlage aufs Dach schrauben oder eine Wärmepumpe in den Garten stellen.

Bei den Neubauten fällt die Erstentscheidung bei der Heizungsfrage inzwischen in knapp drei Viertel der Fälle zugunsten einer Wärmepumpe. Laut Statistischem Bundesamt wurde sie im vergangenen Jahr in 73,6 Prozent der fertiggestellten Gebäude in Deutschland eingesetzt. Der Anteil ist innerhalb von fünf Jahren um rund 30 Prozentpunkte gestiegen.

Die Idee

Im Bestand und in Mehrfamilienhäusern, in denen ein Großteil der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer lebt, dominiert hingegen die fossile Wärme. Ein Grund dafür ist das Vermieter-Mieter-Dilemma: Wenn der Vermieter eines Mehrfamilienhauses in eine neue Heizung investieren muss, sieht er vor allem den Preisunterschied zwischen einem neuen Öl- oder Gas-Gerät und der Wärmepumpe. Investiert er deshalb in eine fossile Lösung, müssen die Mieter mit den Folgen leben, also mit den jüngst regelmäßig gestiegenen Kosten für Öl oder Gas.

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