Vier Dinge, die man aus dem Arbeitsmarkt über die Lage der Düsseldorfer Wirtschaft lernt
Deutschen wird gerne nachgesagt, sie seien kühl, technokratisch, im Herzen immer noch Preußen. Dass dieses Vorurteil nur bedingt stimmt, zeigt ihre Art, in die ökonomische Zukunft zu schauen. Da setzen sie ganz viel auf Stimmungen, Eindrücke und Bauchgefühl. Wenn auf Bundesebene das ifo-Institut oder hier in der Region die Industrie- und Handels- oder die Handwerkskammer wissen wollen, wie es um die Konjunktur steht, dann fragen sie Unternehmen, wie diese ihre Lage und ihre nähere Zukunft einschätzen.
Das Bild, das so entsteht, ist eine Grundlage für politische Diskussionen, aber es hängt eben bemerkenswert stark von Stimmungen ab. Mehr und härtere Fakten liefert die Arbeitsmarkt-Statistik, die oft auf die Quote derjenigen reduziert wird, die gerade keinen Job haben. In den Tiefen der Daten der hiesigen Agentur für Arbeit steckt eine Menge mehr, zum Beispiel die folgenden vier Lehren:
1. Düsseldorf hat den Tiefpunkt hinter sich
Die NRW-Landeshauptstadt hat 2025 die höchste Zahl von Arbeitslosen der vergangenen zehn Jahre erlebt – es waren sogar mehr als in Corona-Zeiten. Der Düsseldorfer Markt behält dank des gern zitierten, aber auch tatsächlich vorhandenen Branchenmixes eine gewisse Dynamik. Das heißt: Es geht nicht allen gleichzeitig und nicht allen gleich schlecht. Deshalb findet man auch immer Branchen, in denen Menschen neue Jobs bekommen und so die Arbeitslosigkeit hinter sich lassen.
Gleichwohl war die Zahl der offenen Stellen so niedrig wie lange nicht mehr. Damit sind wir nochmal kurz auf der emotionalen Ebene angekommen. Die Entscheiderinnen und Entscheider sind offensichtlich verunsichert. Viele beschäftigt der Energiepreis, so gut wie alle zucken, wenn neue Zoll-Drohungen aus den USA kommen. Folglich halten sie sich mit Investitionen zurück, und die Wirtschaft bekommt keinen neuen Schwung. Zu den Ausnahmen in Düsseldorf zählt das Sprinterwerk. Mercedes-Benz hat im Dezember angekündigt, in den nächsten Jahren rund 200 Millionen Euro in den hiesigen Standort zu investieren.
Bis auf diese Ausnahme habe ich bisher nur negative Werte beschrieben. Wie passt das zur Überschrift dieser ersten Lehre? Aus zwei Gründen:
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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