Sehnsuchtsweg Fahrradstraße
Das erste Gefährt, das an diesem frühen Montagnachmittag aus der Kirchfeldstraße abbiegt, ist ein Lastenrad. Vater hinten, Tochter vorne im Korb. Ansonsten sind die Verkehrsmittel vor allem in stehender Form unübersehbar. Volle Parktaschen reihen sich an volle Fahrradständer. Auch in Bewegung halten sich beide die Waage. Hier ein Auto, da ein Fahrrad, quantitativ nicht der Rede wert. Die Staugefahr beschränkt sich auf den Mini-Parkplatz vor dem Evangelischen Krankenhaus. Das ist der Eindruck der Kirchfeldstraße kurz nach dem Beginn einer Umgestaltung, die für Düsseldorf richtungweisend werden soll. Bis 2027 soll die gesamte Strecke zur Fahrradstraße werden.
„Die Kirchfeldstraße hat einen Pilotcharakter, weil es ein veritables, langes Stück ist“, sagt Andreas Auler, der für die CDU im Stadtrat sitzt und dort den Verkehrsausschuss leitet. „Ich bin guten Mutes, dass die Kirchfeldstraße funktionieren wird.“ Sie sei das Paradebeispiel für eine solche Umgestaltung: intensiver Fahrradverkehr, genug Alternativen für die Autos. Anders als beispielsweise die querende Corneliusstraße, die Aulers CDU nie zur Fahrradstraße erklären würde.
Der Begriff ist in der Straßenverkehrsordnung klar umrissen: Fahrradstraßen sind zunächst einmal dem Fahrradverkehr vorbehalten. Andere Fahrzeuge dürfen sie dann mitbenutzen, wenn dies durch ein Zusatzzeichen erlaubt ist. So wie es auch auf der Kirchfeldstraße weiterhin sein wird. Es gilt aber Tempo 30 und das Recht für Fahrradfahrer:innen, jederzeit nebeneinander zu fahren. Auto-Überholmanöver sind nur dann möglich, wenn eine Behinderung und Gefährdung völlig ausgeschlossen ist. „Es ist ein Stück weit Freiheit der Fahrradfahrer zu Lasten der Autofahrer und des motorisierten Verkehrs“, sagt Auler.
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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